Solider Jahresabschluss: Stadtwerke Gütersloh festigen ihre stabile Marktposition in einem Jahr voller Herausforderungen

12. Juni 2023

Ohne Rettungsschirme: solider Jahresabschluss aus eigener Kraft

Auswirkungen der Corona-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, eine konkret drohende Gasmangellage, Turbulenzen an den Energiemärkten, steigende Preise für Strom und Gas, Spar-Appelle und vielerorts die Sorge um die Belastbarkeit deutscher Stadtwerke: In einem Geschäftsjahr voller höchst dynamischer Rahmenbedingungen haben die Stadtwerke Gütersloh ihre stabile Marktposition erneut gesichert. Das geht aus dem Konzern-Geschäftsbericht 2022 hervor, den das lokale Versorgungsunternehmen jetzt veröffentlicht hat. Er schließt mit einem gesunden Jahresüberschuss ab und bestätigt den Erfolg der kaufmännisch-zurückhaltenden Geschäftspolitik.

Geschäftsbericht 2022 Pressefoto

Geschäftsführer Ralf Libuda (links) und Prokurist Kai Breiter sind mit dem Jahresabschluss zufrieden. Sie blicken bereits auf neue, wegweisende Projekte, die das Jahr 2023 prägen. Foto: Stadtwerke Gütersloh

„Trotz zahlreicher Herausforderungen, schließen wir das Geschäftsjahr 2022 mit einem sehr soliden Ergebnis ab“, bilanziert Kai Breiter, Prokurist und Leiter Kaufmännische Dienste bei den Stadtwerken. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz erneut gesteigert werden – um 29 Prozent von 148 Millionen Euro auf rund 191 Millionen Euro. Nach Steuern und Abgaben ergab sich ein Konzern-Jahresüberschuss von 4,9 Millionen Euro, der über den Prognosen lag. Mit diesem Jahres-Ergebnis setzt die Unternehmensgruppe die insgesamt positive Entwicklung der Vorjahre fort. „In einem Jahr, das uns insbesondere im Geschäftsbereich Energiewirtschaft vor massive Herausforderungen gestellt hat, sind wir der Verantwortung für unsere Kunden, unsere über 500 Mitarbeiter und die Bürgerschaft Güterslohs erneut gerecht worden“, sagt Breiter und betont: „Wir sind gut durch die Krisen gekommen und aus eigener Kraft als gesundes Unternehmen in das neue Geschäftsjahr gestartet – ohne finanzielle Belastungen unserer Gesellschafter und ohne die Inanspruchnahme öffentlicher Rettungsschirme.“

 
Versorgung: große Herausforderungen im Energie-Bereich
Ein solches Ergebnis war nicht unbedingt zu erwarten. Die Branche hatte es im vergangenen Jahr schwer. Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda erinnert an ein turbulentes 2022: „Es lag eine große und vielfältige Verantwortung auf unseren Expertenteams.“ Unter Leitung der Netzgesellschaft sei man über Monate gefordert gewesen, die täglichen Veränderungen mit Blick auf die physikalische Gaslieferung immer wieder neu zu beurteilen. Auch mögliche Abschaltszenarien für einzelne Verbrauchsstellen, insbesondere in der Industrie und im Gewerbe, habe man berücksichtigen müssen. „Auf der anderen Seite brachen die Gasbeschaffungsmärkte weg“, so Libuda. „Nur durch hohen Arbeitseinsatz und große Kraftanstrengungen konnten wir durchgängig die Versorgung unserer Kunden mit Gas in ausreichender Menge sicherstellen.“ Libuda verweist zudem auf einen unvorhergesehenen Zufluss an Neukunden. Da andere Energieanbieter kurzfristig die Belieferung ihrer Kunden einstellten, mussten die Stadtwerke Gütersloh als Grundversorger einspringen. Binnen weniger Tage mussten mehr als fünfhundert dieser Gas-Kunden aufgenommen werden. „Es ist uns gelungen, unseren Lieferverpflichtungen nachzukommen und für diese Kunden unverzüglich Gas zu beschaffen – jedoch zu hohen Einkaufskonditionen“, erläutert der Geschäftsführer.

Strom ist größter Umsatzträger – Absatzmengen insgesamt gesunken
Die Absatzmengen im Strom- und Gas-Segment wurden trotz Kundenzugewinnen im Vergleich zum Vorjahr nicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtabgabe Gas um sechs Prozent zurück – von 991,4 Gigawattstunden (GWh) in 2021 auf 931,7 GWh. Der Gesamtstromabsatz sank dagegen nur leicht um 0,4 Prozent auf 320 GWh (2021: 322,2 GWh). Eine ähnliche Tendenz zeigt sich beim Wasserabsatz: Hier sank die Abgabemenge um vier Prozent von 5,5 Millionen Kubikmeter (2021) auf 5,3 Mio. Kubikmeter. „Eine gute Nachricht für den Naturschutz“, sagt Libuda.
Mit 84,3 Millionen Euro ist Strom auch im Geschäftsjahr 2022 der größte Umsatz, wenngleich sich der Umsatz leicht verringert hat (2021: 87,4 Mio. Euro). Der Gas-Umsatz von 78,4 Millionen Euro wirkt sich insofern positiv auf das Gesamtergebnis aus, da er sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt hat.

Energiespar-Appelle zeigen Wirkung – Stadtwerke gehen mit gutem Beispiel voran
„Angesichts der Gesamtsituation werten wir die Entwicklung der Absatzmengen als sehr positiv“, so Libuda. Er führt dabei insbesondere die notwendigen Energiespar-Appelle an. „Angesichts eines drohenden Versorgungsnotstands im vergangenen Winter, haben wir mit unserem regionalen Aufruf sehr deutlich gemacht, worum es ging und auch bereits mit Blick auf den kommenden Winter 2023/2024 immer noch geht: Bewusster Umgang mit Energie geht uns alle an.“ Angesichts der Verbrauchszahlen kam diese Botschaft offenbar bei den Verbrauchern an.
Für die Stadtwerke stand das Jahr 2022 auch im Zeichen betriebsinterner Energiesparmaßnahmen. Angesichts der Gesamtsituation wurden sehr schnell Maßnahmen in der Unternehmensgruppe umgesetzt, die sofort Wirkung in puncto Energieeinsparung entfalteten. Allein die Absenkung der Wassertemperatur um kaum merkliche 1° Celsius in den Sportschwimmbecken, die bestmögliche Reduktion der nächtlichen Außenbeleuchtung der Liegenschaften und die Anpassung der Raumtemperatur auf maximal 19° Celsius in allen Büros haben zu einer Senkung von mehreren zehntausend Kilowattstunden geführt.


Bäder: deutlicher Anstieg bei den Besucherzahlen
Gute Nachrichten präsentieren Libuda und Breiter auch aus dem Bäderbereich. Nachdem insbesondere diese Sparte der Stadtwerke durch die Pandemie stark gebeutelt worden war, freute man sich in 2022 über eine schrittweise Rückkehr in einen Normalbetrieb. Dies wirkte sich deutlich bei den Besucherzahlen aus. Die Stadtwerke verzeichneten einen Besucheranstieg um 127 Prozent. Kamen 2021 noch rund 200.000 Besucher in ihre Bäder, waren es im vergangenen Jahr etwa 453.000. Und auch die Dauerkartenverkäufe konnten nahezu verdoppelt werden (2021: 618; 2022: 1203).

 
Stadtbus: erfolgreiche Entwicklungen bei Fahrgastzahlen und Digitalisierung
Mit der Rückkehr aus der Pandemie hin zu immer mehr Normalität konnte auch die Stadtbus Gütersloh GmbH ihre Fahrgastzahlen im zweiten Jahr in Folge wieder steigern – von 2,9 Millionen Fahrgästen in 2021 auf rund 3,3 Millionen im zurückliegenden Geschäftsjahr. „Diese Tendenz ist erfreulich und zeigt, dass sich unsere Fahrgäste auch nach den Pandemiejahren auf unser beständiges und sicheres Beförderungsangebot verlassen“, resümiert Libuda, der auch Geschäftsführer der Stadtbus Gütersloh GmbH ist.
Im Stadtbus-Bereich habe man zudem weitere wichtige Schritte in Richtung Digitalisierung erfolgreich abgeschlossen. Seit vergangenem Sommer bietet das Verkehrsunternehmen seine „Stadtbus-App“ an. Von Fahrzeiten in Echtzeit zu Abfahrts- und Ankunftszeiten bis hin zum Ticketkauf ist in dieser intuitiven App alles auf einen Klick möglich.

Die Stadtwerke für Gütersloh: Investitionen, von denen die Bürger profitieren
Das solide Geschäftsergebnis ist die Grundlage für Investitionssicherheit im laufenden Geschäftsjahr. „Wir sind sehr gut aufgestellt, um weiter in Infrastruktur, Klimaschutz und Lebensqualität investieren zu können“, betont Kai Breiter. So profitiere letztlich ganz Gütersloh von den Stadtwerken.

Investitionen in digitale Teilhabe: Breitbandausbau bringt immer mehr Gütersloher ans Netz
Beim Fortschritt des clusterweisen Glasfaserausbaus liegen die Stadtwerke Gütersloh nach eigenen Angaben sehr gut im Plan. „Unser Schlüssel zum Erfolg ist die Kombination aus unserem Tochterunternehmen Netzgesellschaft Gütersloh und unserer Beteiligungsgesellschaft BITel“, sagt Libuda. In 2022 habe man weitere 2.413 Haushalte ans Netz nehmen können. Mit Investitionen in Höhe von 27 Millionen Euro durch die Stadtwerke Gütersloh konnten insgesamt bereits mehr als 14 Gebiete mit über 6.768 Häusern erschlossen werden. Fünf weitere Gebiete mit über 1.700 Häusern befinden sich derzeit im Ausbau.
Für 2023 wollen die Stadtwerke weitere rund 10,7 Millionen Euro investieren, damit immer mehr Gütersloher von mehr Bandbreite profitieren. Libuda: „Der Zugang zu einem leistungsstarken Breitbandanschluss bedeutet digitale Teilhabe und Lebensqualität. Als Versorgungsunternehmen nehmen wir die Aufgabe sehr ernst, die Weichen für eine gut vernetzte Zukunft zu stellen.“

 
Investitionen in die Versorgungssicherheit: neue Filteranlagentechnik im Wasserwerk Nordrheda-Ems
Seit 2022 investiert das Versorgungsunternehmen im Wasserwerk Nordrheda-Ems in eine neue und hochmoderne Filteranlagentechnik sowie den Neubau der Filterhalle – und damit in eine sichere Trinkwasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Die Kosten für das Bauprojekt, das im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein wird, liegen bei rund 4,6 Millionen Euro. „Wir tun alles, um den hohen Qualitätsstandard für unsere Bürger weiterhin zu sichern und gezielt auszubauen“, sagt Libuda.
Investitionen in zukunftsfähige Infrastruktur: 1,1 Millionen Euro für neue Ladesäulen
Zu den geplanten Investitionen gehört auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur. In diesem Jahr sollen acht Schnellladepunkte und bis zu 60 AC-Ladepunkte im Stadtgebiet errichtet werden. Bis 2030 planen die Stadtwerke rund 300 AC-Ladepunkte sowie 20 Schnelladepunkte im Stadtgebiet zu errichten. Für den geplanten Aufbau der Ladeinfrastruktur ist im Jahr 2023 eine Investition von voraussichtlich 1,1 Millionen Euro (brutto) erforderlich. Die Stadtwerke haben sich für den Ausbau der Ladeinfrastruktur bereits erfolgreich um Fördermittel beim Bund und beim Land Nordrhein-Westfalen beworben.


Investitionen in den lokalen Klimaschutz: CO₂-Reduzierung durch Einsatz von Elektroantrieb
Auch bei der Entwicklung ihres ÖPNV-Angebots treiben die Stadtwerke gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen Stadtbus Gütersloh die Elektromobilität und damit ihre Anstrengungen für den Klimaschutz immer stärker voran. Ab diesem Jahr sollen bei zukünftigen Ausschreibungen von Neufahrzeugen ausnahmslos Busse mit Elektroantrieb beschafft werden. Die Lieferung der ersten E-Busse ist ab 2024 geplant. Schon Mitte der 2030er-Jahre könnte eine reine E-Bus-Flotte für Gütersloh möglich sein. Mit der Flotten-Umrüstung gehen auch technische und bauliche Maßnahmen einher. Am Stadtbus-Standort in der Robert-Bosch-Straße wird zwischen 2023 und 2034 die schrittweise Umrüstung des Betriebshofs erfolgen. Geplant ist der Bau eines sogenannten Busports. „Unser Ziel ist eine deutliche Senkung des Schadstoffausstoßes im Lebensraum Gütersloh“, so Libuda. „Unsere Pläne bezüglich E-Bussen und Busport sind insofern ein wichtiger Baustein, um Mobilität dauerhaft klimafreundlich zu betreiben und nicht zuletzt auch attraktiv zu gestalten.“


Libuda: Zukunft braucht Verlässlichkeit
Die Stadtwerke sind für die Menschen in Gütersloh rund um die Uhr im Einsatz. „Zukunft braucht Verlässlichkeit“, betont Libuda. „Dieser Erwartung möchten wir weiterhin gerecht werden.“ Das solide Jahr 2022 sowie die gut vorankommenden Projekte des laufenden Geschäftsjahres bestätigen diesen Anspruch. Die Ausbildung, Nachwuchsförderung und Weiterbildung innerhalb der Unternehmensgruppe bilden dabei einen wesentlichen Eckpfeiler des Erfolges. 529 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren Ende Mai 2023 bei der Unternehmensgruppe angestellt. „Wir sind stolz auf dieses Team. Es gestaltet die lokale Energie- und Mobilitätswende, sichert die Trinkwasserversorgung und garantiert die Netzstabilität – und es steht für attraktive Freizeitangebote. Wenn es darauf ankommt, sind wir da – rund um die Uhr für unser Gütersloh.“

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