Dynamische Zeiten, zuverlässiger Partner
15. Juni 2026
Rahmenbedingungen für Energieversorger nach wie vor vielfältig und herausfordernd
Was wäre ein Alltag ohne Strom, Trinkwasser, Wärme, Mobilität oder schnelles Internet? All das funktioniert so selbstverständlich, dass man kaum darüber nachdenkt. Genau das ist Daseinsvorsorge: die zuverlässige Versorgung einer Stadt – eine Aufgabe, die die Stadt-werke Gütersloh auch im Jahr 2025 zuverlässig und engagiert ausgeführt haben. Doch das lokale Versorgungsunternehmen hatte im vergangenen Geschäftsjahr auch mit vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen. Das geht aus dem Konzern-Geschäftsbericht 2025 hervor, den die Stadtwerke jetzt veröffentlicht haben. Zwar schließt er erneut mit einem positiven Jahresüberschuss ab. Das Gesamtergebnis ist jedoch deutlich gezeichnet durch sinkende Absatzmengen im Energiebereich sowie einmalige Sonderaufwendungen.
„Das Jahr 2025 war in vieler Hinsicht von einer hohen Volatilität und insgesamt leicht sinkenden Großhandelspreisen im Vergleich zu den Krisenjahren 2021 bis 2023 geprägt“, fasst Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh, die branchenspezifischen Rahmenbedingungen zusammen. Gleichzeitig hätten geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und Konflikten im Nahen Osten sowie den Zollankündigen der USA die Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Gas, LNG und Öl beeinflusst.
Änderungen regulatorischer Rahmenbedingungen, etwa bei Gasspeicherzielen und Emissionszertifikaten sowie schwankende Brennstoffpreise wirkten sich zusätzlich auf die Terminmärkte aus. „Die Rahmenbedingungen für Energieversorger sind nach wie vor vielfältig und herausfordernd“, so Spohn.

Anteilsrückkauf verursacht Sonderaufwendungen
Deutlichen Einfluss auf das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025 hatten auch die Sonderaufwendungen der Stadtwerke, die sich durch den Anteilsrückkauf durch die Stadt Gütersloh von den Stadtwerken Bielefeld hin zur Gütersloher Beteiligungsgesellschaft mbH (GBG) und dem damit verbundenen Gesellschafterwechsel ergeben haben. Gesellschafter der GBG ist bekanntlich zu 100 Prozent die Stadt Gütersloh. Spohn erläutert: „Im Geschäftsjahr 2025 fielen für den Rückkauf der Anteile Grunderwerbsteuern sowie im Zusammenhang mit dieser Transaktion Beratungskosten an, die unser Ergebnis belastet haben.“ Der Anteilsrückkauf prägte das vergangene Geschäftsjahr nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Er war auch eine wichtige und wegweisende Entscheidung für die Zukunft der Stadtwerke. Denn: Als hundertprozentige Gesellschafterin trägt die Stadt inzwischen wieder die alleinige Verantwortung für die Unternehmensgruppe Stadtwerke Gütersloh. Aus Gütersloh. Für Gütersloh.
Jahresüberschuss fällt geringer aus
Herausfordernde Rahmenbedingungen, abgeschlossener Anteilsrückkauf: Diese Entwicklungen machen sich in den Zahlen der Gütersloher Stadtwerke bemerkbar. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz von rund 210,2 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 auf 193,4 Millionen Euro. Nach Steuern und Abgaben ergab sich ein Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 0,7 Millionen Euro – rund zwei Millionen Euro weniger als noch im Jahr 2024. „Der Hauptrückgang war in der Stromsparte mit Mindererlösen von 18,3 Millionen Euro zu verzeichnen“, ordnet Kai Breiter, Prokurist und Leiter Kaufmännische Dienste bei den Stadtwerken, ein. Dieser Rückgang sei insbesondere in Mengenverlusten und Verlusten von Großkunden begründet. Und auch, wenn es im zurückliegenden Jahr leicht sinkende Großhandelspreise zu verzeichnen gab, so sei eine vollständige Rückkehr auf ein Preisniveau aus Vor-Krisen-Zeiten längst nicht erreicht. „Das führt zu einem erhöhten Wechsel- und Sparverhalten preisbewusster Kunden“, so Breiter.
Strom: Absatzmengen deutlich gesunken
Trotz sinkender Absatzmengen: Mit einer Gesamtabgabe von 225 GWh (Gigawattstunden) und einem Umsatz von 91,3 Millionen Euro ist Strom weiterhin der größte Umsatzträger. Die Gesamtabgabe lag im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres (2024: 299,7 GWh).
Gas-Absatz sinkt um 4,8 Prozent
Die Gesamtabgabe Gas ging von 874,3 GWh im Jahr 2024 im Geschäftsjahr 2025 auf 832,3 GWh zurück – ein Minus von 4,8 Prozent. „Hier war der Mengenrückgang bei den Tarifkunden leicht ausgeprägter als der Mengenrückgang bei den Sondervertragskunden“, berichtet Breiter. Die Umsatzerlöse in der Gassparte sanken um 1,2 Millionen Euro.
Trinkwasser-Absatz leicht über Vorjahres-Niveau
Die Trinkwasser-Sparte verzeichnete im Jahr 2025 erneut eine leichte Steigerung in der Absatzmenge an Endkunden und Weiterverteiler – von 5,4 Millionen Kubikmeter auf 5,6 Millionen Kubikmeter. Die gute Nachricht: Auch im vergangenen Jahr ist es den Stadtwerken gelungen, die Trinkwasserversorgung im Sommer uneingeschränkt sicher-zustellen – mit Blick auf andere Landesteile keine Selbstverständlichkeit. „Wir befanden uns im Jahr 2025 in unserem Versorgungsgebiet insgesamt in einer komfortablen Lage“, blickt Breiter zurück. „Auch dank unseres gut ausgebauten und leistungsstarken Versorgungsnetzes.“ Doch unabhängig von den Absatzmengen und der bestehenden Versorgungssicherheit weisen die Stadtwerke immer wieder auf die Notwenigkeit eines ressourcenschonenden Umgangs mit Wasser hin. Denn: Jeder Liter Wasser, der in der Stadt verbraucht wird, fehlt in den Wassergewinnungsgebieten der Vegetation – den Bäumen und den Pflanzen auf den landwirtschaftlichen Flächen. Wasser als Niederschlags- und Grundwasser und damit auch Trinkwasser sei lokal eine endliche Ressource, mit der man jederzeit bewusst und sorgfältig umgehen müsse.
Bäder: Welle und JärveSauna steigern Besucherzahlen
Zum wiederholten Mal dürfen sich die Stadtwerke über einen Besucheranstieg in ihrer „Welle“ und der JärveSauna freuen. Insgesamt rund 434.000 Menschen besuchten im Jahr 2025 die beiden Standorte am Stadtring Sundern – das sind rund 15.000 Gäste mehr als im Vorjahr (2024: 419.000). „Wir freuen uns über die kontinuierlich positive Entwicklung“, sagt Breiter. „Diese bestätigt uns darin, dass wir im Frei-zeit- und Wellness-Bereich ein zeitgemäßes Angebot machen, das zu den Bedürfnissen und Erwartungen unserer Gäste passt.“ Weniger erfreulich ist die Entwicklung der Besucherzahlen im Nordbad. Aufgrund des massiven Sanierungsbedarfs stand das Freibad nur eingeschränkt zur Verfügung. Das Nichtschwimmerbecken blieb geschlossen, der Kleinkindbereich stand ebenfalls nicht zur Verfügung. Breiter: „Die Auswirkungen sehen wir wie erwartet in einem deutlichen Besucherrückgang.“ Im Jahr 2024 konnten die Stadtwerke noch insgesamt 145.000 Besucher im Nordbad-Hallenbad und Nordbad-Freibad begrüßen. Im Jahr 2025 waren es nur noch 121.000 Gäste.
Stadtbus: Rückgang der Fahrgastzahlen
Die Stadtbus Gütersloh GmbH muss auch im Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang der Fahrgastzahlen hinnehmen. Mit rund drei Millionen beförderten Personen liegt der Wert erneut unter dem Vorjahres-wert (2024: 3,9 Millionen). Für die Verantwortlichen ist der Rückgang keine Überraschung. „In dem Ergebnis macht sich wie erwartet insbesondere das Auslaufen des Projekts ‚Kostenloses Schülerticket für alle anspruchs- und nicht anspruchsberechtigten Schülerinnen und Schüler‘ bemerkbar“, so Breiter. Mit erhöhten Beförderungen über die Einzel- und Mehrfachtickets habe die Stadtbus Gütersloh GmbH diesen Effekt leicht abmildern können.
Investitionen in die Zukunft prägten das Geschäftsjahr
Doch auch in Zeiten ständiger Veränderungen und neuer Herausforderungen haben die Gütersloher Stadtwerke erneut bewiesen, dass sie den Menschen vor Ort ein zuverlässiger Partner sind. Mit der erfolgreichen Fortsetzung von Investitionsmaßnahmen wurden in vielen Sparten die Weichen weiter auf Zukunft gestellt. Rund 28,2 Millionen Euro investierten die Stadtwerke im Geschäftsjahr 2025 in die Daseinsvorsorge. Die Investitionsschwerpunkte (vor Zuwendungen) lagen in den Sparten Verkehr (9,5 Millionen Euro), Breitband (7,8 Millionen Euro) und Strom (5,6 Millionen Euro).
Stadtbus: Elektro-Busse unterstützen klimafreundliche Mobilität
Bei der Stadtbus Gütersloh GmbH war im Jahr 2025 im wahrsten Sinne des Wortes einiges in Bewegung. Denn: Auf seinem Weg in die klima-freundliche Mobilität hat das Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr ein wichtiges Etappenziel erreicht. Im Sommer trafen 16 Elektro-Busse in Gütersloh ein, die seither ein fester Bestandteil im regulären Linienbetrieb sind. „Die Inbetriebnahme der Fahrzeuge und der Ladetechnik sind für uns nach wie vor ein Meilenstein, um den öffentlichen Personennahverkehr vor Ort auch zukünftig verantwortungs-voll, nachhaltig, ökologisch und attraktiv zu gestalten“, betont Dietmar Spohn. Parallel zur Beschaffung der E-Busse nahm die Stadtbus Gütersloh GmbH im vergangenen Jahr an ihrem Standort außerdem einen Bus-Port samt leistungsfähiger Ladeinfrastruktur in Betrieb. Damit konnte das Unternehmen gleich zwei große Projekte erfolgreich umsetzen. „Es waren die bislang größten Investitionen in dieser Sparte seit der Stadtbus-Ausgründung im Jahr 2018“, erläutert Spohn. Doch ökonomische und nachhaltige Gesichtspunkte würden sich nicht ausschließen. Spohn: „Blickt man auf die Betriebskosten, so ist die ‚Betankung‘ eines Busses mit Strom nicht erst seit Beginn des Nahost-Konflikts im Februar deutlich günstiger als mit Diesel-Treibstoff und selbstverständlich klimafreundlicher.“ Die Elektrifizierung der Bus-Flotte wird in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben.
Netze: Investitionen vor allem in das Glasfaser-Netz
Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auch im vergangenen Geschäftsjahr in der Netzinfrastruktur. Rund 7,8 Millionen Euro entfielen allein auf das Breitbandnetz. Gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen Netzgesellschaft Gütersloh und BITel Gesellschaft für Telekommunikation haben die Stadtwerke den clusterweisen Glasfaserausbau im Stadtgebiet weiter erfolgreich vorangetrieben: Bis Ende 2025 wurden seit Baubeginn bereits mehr als 32.200 Gütersloher Wohneinheiten erschlossen. Das sind rund 67 Prozent aller Haushalte im hochverdichteten Gütersloher Stadtgebiet. Diese Wohneinheiten haben bereits die Möglichkeit, sich an das Glasfasernetz anzuschließen, da die notwendige Infrastruktur in den entsprechenden Straßen vorhanden ist. „Jedes Jahr gelingt es uns, weitere Erfolge in diversen Vermarktungsgebieten im Stadtgebiet zu erzielen, sodass noch mehr Menschen von der leistungsstarken und zukunftsfähigen Internetverbindung profitieren können“, ist Spohn erfreut. „So leisten wir auch einen Beitrag, die Attraktivität Güterslohs als Wirtschaftsstandort sowie als Wohnort dauerhaft zu festigen.“ Der Zugang zu leistungsstarkem Internet spiele schließlich heute in nahezu jedem Bereich des öffentlichen und privaten Lebens eine große Rolle.
Netze: Investitionen auch in leistungsstarke Netze
Rund 5,6 Millionen Euro steckten die Stadtwerke im vergangenen Geschäftsjahr zudem in Maßnahmen, mit denen die Netze für eine klimaneutrale Energieversorgung in der Zukunft aufgestellt werden sollen. Ob Strom, Gas oder Wasser: Als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke übernimmt die Netzgesellschaft Gütersloh in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe. Ein sichtbares Beispiel für diese Maßnahmen sind die mehrmonatigen Bauarbeiten an der Brockhäger Straße, die im Jahr 2025 begonnen haben. „Während die Stadt in diesem Bereich Kanal- und Straßenbauarbeiten durchführt, haben wir die Gelegenheit genutzt, um unsere Netze nachhaltig zu stärken“, so Spohn. Auf rund 400 Metern wurde die gesamte Bandbreite der von den Stadtwerken angebotenen Medien erneuert: Gas- und Wasserleitungen, Lichtwellenleiter (LWL), im Strombereich die Leitungen für 0,4 Kilovolt (kV) und 10 kV und die Steuerkabel.
Energiebereich: moderne Energielösungen
Trotz aller Volatilität und herausfordernder Rahmenbedingungen ist es den Stadtwerken im abgeschlossenen Geschäftsjahr gelungen, ihre Energiepreise im Jahr 2025 konstant zu halten. Im November konnte das Versorgungsunternehmen sogar eine Senkung der Strom- und Gaspreise zum 1. Januar 2026 ankündigen. „Insbesondere die gesunkenen Großhandelspreise haben einen Effekt auf die neue Preisgestaltung ausgeübt“, erläutert Spohn. Doch klar sei auch: Die Großhandelspreise für Strom und Gas liegen nach wie vor auf einem höheren Niveau als noch vor der Energiekrise 2022. Umso wichtiger werde es, laut Spohn, alternative Lösungen für Verbraucher und Kunden anzubieten: „Mit der Zeit hat sich die Rolle eines lokalen, konventionellen Energieversorgers verändert. Es geht längst nicht mehr nur um klassische Strom- und Gas-Tarife und die zuverlässige Lieferung der benötigten Kilowattstunden. Wir wollen unsere Kun-den zu aktiven Gestaltern der Energiewende machen.“ Ob nachhaltige und ganzheitliche Angebote, die Unterstützung der Kunden vor Ort bei der Nutzung erneuerbarer Energien in den eigenen vier Wänden oder die Beratung zu smarten Angeboten: Die Stadtwerke richten ihren Fokus immer stärker auf zukunftsfähige und nachhaltige Lösungen in der Energieversorgung. Und so haben sie ihr umfangreiches Dienstleistungsportfolio auch im vergangenen Geschäftsjahr sukzessive erweitert – unter anderem durch das Angebot eines dynamischen Stromtarifs, mit dem der eigene Stromverbrauch clever und flexibel selbst gemanagt werden kann.
Die Zeiten bleiben herausfordernd
Die Stadtwerke Gütersloh haben die Weichen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Erfolg weiter auf Zukunft gestellt. Diesen Weg setzt das Unternehmen auch im laufenden Geschäftsjahr konsequent fort: ob bei Infrastrukturmaßnahmen in den Netzen, der Fortsetzung des Glasfaserausbaus, modernen Energie-Lösungen oder Digitalisierung.
Für dieses Geschäftsjahr sehen die Verantwortlichen der Stadtwerke „ein weiterhin bewegtes Marktumfeld in den Sparten Strom und Gas“. Geopolitische Ereignisse würden nach wie vor eine hohe Volatilität in die Märkte bringen. Zudem gehe man für das Jahr 2026 in der Strom-Sparte von einem Absatz-Rückgang aus, der im Wesentlichen auf die Errichtung von PV-Anlagen zurückzuführen ist. „Langfristig rechnen wir damit, dass immer mehr Endkunden ihre Erdgasheizungen etwa durch Wärmepumpen sowie alternative Heizsysteme ersetzen werden“, blickt Dietmar Spohn in die Zukunft. Durch den vermehrten Einsatz von Wärmepumpen und auch dem wachsenden Anteil an Elektromobilität sei aber damit zu rechnen, dass die Erdgasabsatzverluste teilweise durch einen höheren Stromabsatz kompensiert werden könnten.
Wechsel in der Geschäftsführung
Während sich die Branche „in einem der wohl größten Veränderungsprozesse aller Zeiten“ (Spohn) befindet, steht bei den Stadt-werken in wenigen Tagen ebenfalls ein wichtiger Wechsel an: Interims-Geschäftsführer Dietmar Spohn verlässt das Gütersloher Versorgungsunternehmen nach rund eineinhalb Jahren zum 30. Juni. Sein Nachfolger Dirk Thole wird die Aufgaben ab 1. Juli übernehmen. Spohn: „In den vergangenen Monaten ist es uns bereits in einigen Bereichen gelungen, die Unternehmensgruppe für die Zukunft zu positionieren. Ein Weg, der andauern und von meinem Nachfolger mit großem Engagement und höchster Expertise fortgesetzt wird.“ Ein weiterer wichtiger Schritt, der in dynamischen Zeiten für Beständigkeit sorgt.
Zum Geschäftsbericht geht es hier.