Ein Berufsleben lang für den ÖPNV in Gütersloh im Einsatz: Jutta Hanitzsch geht in den Ruhestand
02. April 2026
Ein waschechtes Eigengewächs
Nach mehr als 47 Jahren in der Unternehmensgruppe Stadtwerke Gütersloh ist Jutta Hanitzsch, langjährige Leiterin des Verkehrsbetriebs, Ende März in den Ruhestand gegangen.
Schon ihre Ausbildung zur Industriekauffrau hatte Jutta Hanitzsch bei den Stadtwerken Gütersloh absolviert. „Damals waren die Stadtwerke noch ein Eigenbetrieb der Stadt Gütersloh – Amt 81 – und hatten ihren Betriebssitz in der Barkeystraße“, erinnert sie sich. Das war im August 1978. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wechselte Jutta Hanitz-sch im Jahr 1981 in den Verkehrsbetrieb. Zunächst als Sachbearbeiterin in der Verwaltung, dann als Leitung des heutigen Servicezentrums am ZOB.

Weitere verantwortungsvolle Aufgaben wie etwa die Leitung des Bereichs „Verkehrswirtschaft“ kamen im Laufe ihres Berufslebens hinzu. Seit 2006 leitete sie den Verkehrsbetrieb mit den Bereichen Verkehrswirtschaft und Fahrdienst. In diesem Zuge erfolgte auch die Bestellung zur Betriebsleiterin durch die Bezirksregierung Detmold. Als im Jahr 2018 die Verkehrssparte der Stadtwerke in die Stadtbus Gütersloh GmbH ausgegliedert wurde, übernahm sie die Funktion der Verkehrsleiterin. Fahrpersonal, Verwaltung, Kunden-Service: Zuletzt gehörten rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrem Stadtbus-Team.
Weichen immer wieder auf Zukunft gestellt
Der Neubau des Omnibus-Betriebshofs, die Mitgestaltung und Einführung des Gemeinschaftstarifs „Der Sechser“ (heute WestfalenTarif), die Planung und Umsetzung verschiedener Linienkonzepte für Gütersloh, die Integration der ersten Elektrobusse in die Stadtbus-Flotte, Gremienarbeit: Die Liste an Themen, die Jutta Hanitzsch, während ihres Berufslebens mitgestaltet hat, ist lang und vielfältig. Hinzu kommen zahlreiche Projekte und Maßnahmen mit besonderer Bedeutung. So begleitete Jutta Hanitzsch nicht nur die wegweisende Ausgründung der Verkehrssparte der Stadtwerke in die Stadtbus Gütersloh GmbH im Jahr 2018 maßgeblich. Auch die Umsetzung des sogenannten K4-Kriteriums im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), das einst vom Gesetzgeber zum Zwecke der Vergleichbarkeit der Wirtschaftlichkeit von Verkehrsunternehmen eingeführt wurde, war ein großes Thema in ihrer Laufbahn. „Da wir als Verkehrsbetrieb damals bereits sehr gut aufgestellt waren, machte das K4-Kriterium keine Restrukturierungsmaßnahmen bei uns erforderlich“, erinnert sie sich. So konnte die Stadt Gütersloh als Aufgabenträger die Stadtwerke mit ihrem Verkehrsbetrieb dann mit der Durchführung des ÖPNV im Stadtgebiet für die Jahre 2008 bis 2018 betrauen. „Das war ein wichtiger Meilenstein für uns“, sagt die Ruheständlerin rückblickend. Später wurde der öffentliche Dienstleistungsauftrag (ÖDA) nach einem EU-weiten Ausschreibungs- und Vergabeverfahren an die neu gegründete Stadtbus Gütersloh GmbH vergeben. Eine Entscheidung, die keineswegs selbstverständlich war. Schließlich stand das Linienangebot des Verkehrsbetriebs erstmals in seiner Geschichte im harten Wettbewerb. Damit die Durchführung des öffentlichen Personennahverkehrs auch bis mindestens 2028 in lokalen Händen bleiben würde, wirkte Jutta Hanitzsch damals intensiv an der erfolgreichen Bewerbung um den ÖDA mit.
Erfolge waren Teamleistung
Eine besonders prägende Zeit für die Verkehrsbetriebsleiterin war die Corona-Pandemie. „Es war oftmals ein Kraftakt, doch auch während der Pandemie, ist es uns als Team gelungen, den Stadtbus-Betrieb für die Menschen in Gütersloh aufrechtzuerhalten“, sagt sie stolz. „So konnten wir den Bürgern zeigen, dass wir auch in herausfordernden Zeiten ein verlässlicher ÖPNV-Partner sind.“ Ganz gleich, wie groß die Herausforderungen auch waren – Jutta Hanitzsch konnte immer auf ihr Team zählen. „Als Mannschaft haben wir durchweg zusammengehalten und an einem Strang gezogen. Das war mir immer sehr wichtig.“
Bei aller Dynamik und Themenvielfalt hat sich in all den Jahren eines nie verändert: Hinter den vielfältigen Aufgaben steckt eine hohe Verantwortung für die Mobilität in der Stadt. Sieben Tage die Woche, zu jeder Jahreszeit – da sein für die Gütersloher Bürger. Eine Aufgabe, die Jutta Hanitzsch stets mit Engagement, Freude und Sorgfalt ausgeführt hat. „Die Möglichkeit sich in verschiedene Themen mit einzubringen, diese mitzugestalten und Entwicklungen voranzutreiben war in all den Jahren mein großer Antrieb.“