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Grundwasserschutz

Die Trinkwasser-Kooperation zwischen Landwirtschaft, Stadtwerken Gütersloh und Gemeindewerken Herzebrock-Clarholz wird fortgeführt.

Die bereits seit 1992 bestehende Kooperation geht in die 6. Verlängerung. Mit der  jetzt zur Unterschrift vorliegenden  Vereinbarung zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft werden Ziele und Maßnahmen zum Trink- und Grundwasserschutz für weitere fünf Jahre verbindlich festgeschrieben. Vertragspartner sind der Landwirtschaftliche Kreisverband Gütersloh im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband e.V., die Kreisstelle Gütersloh der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Stadtwerke Gütersloh, die Gemeindewerke Herzebrock-Clarholz sowie die 90 im Kooperationsgebiet wirtschaftenden Landwirte und Gärtner.

Qualitativ hochwertiges Trinkwasser in Gütersloh und Herzebrock-Clarholz ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis einer umfassenden Vorsorge, die in den Wasserschutzgebieten der Stadtwerke Gütersloh und der Gemeindewerke Herzebrock-Clarholz intensiv betrieben wird. Ein wichtiger Baustein hierbei ist die Kooperation mit den in den Schutzgebieten ansässigen Landwirten.

Ziel der Kooperation ist eine gewässerverträgliche Landwirtschaft sowie ein nachhaltiger Schutz der Trinkwasserressourcen. Vorrangig sind dabei folgende Probleme zu lösen: Reduktion des Nitrateintrages in das Grund- und Oberflächenwasser, Vermeidung des Eintrages von Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser und in Fließgewässer sowie Vermeidung der Ausbringung von Nährstoffsubstraten ungeklärter Herkunft und Herstellung.

Um dies zu erreichen werden von den beiden Wasserversorgern gezielt Maßnahmen finanziell und durch Beratung unterstützt. Der Beirat der Kooperation, bestehend aus acht Mitgliedern, entscheidet über die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel.  

Wichtige Säule hierbei ist das so genannte „N-min-Programm“ zur Reduzierung des Nitrateintrages in das Grundwasser, - Arbeitsgebiet von Martin Schmalenstroer, Wasserschutz- und Kooperationsberater der Stadtwerke Gütersloh. Der staatlich geprüfte Landwirt betreut 88 Betriebe mit insgesamt 3.107 ha landwirtschaftliche Fläche und erarbeitet  hierfür Bewirtschaftungsmethoden und Düngepläne für ein Nebeneinander von landwirtschaftlicher und wasserwirtschaftlicher Nutzung in den Wassergewinnungsgebieten. Weitere Themen sind die Optimierung des Gülleeinsatztermins und der Ausbringungstechnologie, die Einschränkung der Gülleausbringungszeiten, Gründüngungsmaßnahmen, Untersaaten und Zwischenfruchtanbau, Maßnahmen der mechanischen Unkrautbekämpfung in Kombination mit reduziertem Einsatz chemischer Mittel, Anlage von Brachen und extensiven Flächenbewirtschaftungen sowie die Berechnung von Nährstoffvergleichen.

Diese Arbeit zahlt sich aus: im Gegensatz zu anderen NRW-Landesteilen ist in Gütersloh keine Aufbereitung des Trinkwassers zur Reduzierung des Nitratgehaltes erforderlich.  Durch die zielgerichtete Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft liegt der Nitratgehalt des Trinkwassers in Gütersloh und Herzebrock-Clarholz heute deutlich unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, ca. 50 Prozent des Trinkwassers sogar unter 10 Milligramm pro Liter mit zum Teil noch sinkender Tendenz.

Das Bild zeigt v. l. n. r.:

  • Gerhard Kattenstroth
  • Anke Femmer
  • Andreas Großewinkelmann
  • Martin Schmalenstroer

 

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