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Legionellen

Legionellen in der Hausinstallation

Legionellen gelangen durch Leitungswasser, in dem sie in gesundheitlich unbedeutenden Mengen vorkommen, in die Hausinstallationen. Wegen der wärmeabhängigen Vermehrungsmechanismen und der Temperaturtoleranz können sich hier extrem hohe Keimzahlen ausbilden. So können sie - z. B. aus der Dusche ausgetragen - in die Lunge gelangen und Infektionen verursachen.

Biologie

Legionellen sind Bakterien, die in jedem Süßwasser nachweisbar sind, allerdings in sehr kleinen Konzentrationen und somit an dieser Stelle ohne gesundheitliche Bedeutung. Legionellen lieben Wärme und vermehren sich gut zwischen 25°C und 45°C, Temperaturen bis etwa 55 °C können sie überleben, bei einer Temperatur von 70°C sterben Legionellen innerhalb weniger Sekunden ab.

Legionellen als Krankheitserreger

Legionellen können Erkrankungen in zwei Verlaufsformen verursachen, die Legionellose (Legionellen-Pneumonie) und das Pontiacfieber.

Die Legionellose zeigt einen schweren Verlauf mit Fieber und Lungenentzündung, 5 - 15 % der Erkrankungen verlaufen tödlich. In Deutschland treten geschätzt etwa 15.000 - 30.000 Fälle pro Jahr auf.

Das Pontiac Fieber verläuft mit Symptomen ähnlich wie ein grippaler Infekt ab und heilt ohne medizinische Therapie von selbst ab. In Deutschland treten geschätzt etwa 1.000.000 Fälle pro Jahr auf.

Eine Erkrankung durch Legionellen kann nur entstehen, wenn die Bakterien direkt in die Lunge eindringen können, z. B. durch Einatmen von Aerosolen beim Duschen. 

Weiterführende Informationen

Was ist eine Großanlage nach den allg. Regeln der Technik?

Großanlagen sind alle Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmern oder zentralen Durch-fluss-Trinkwassererwärmern, z. B. in

  • Wohngebäuden
  • Hotels 
  • Altenheimen
  • Krankenhäusern
  • Bädern
  • Sport- und Industrieanlagen
  • Anlagen mit Trinkwassererwärmern und einem Inhalt >400 l und/oder >3 l in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle
  • Campingplätze
  • Schimmbäder

Zu Kleinanlagen gehören dagegen...

Kleinanlagen sind alle Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmern oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern in

  • Ein- und Zweifamilienhäusern, unabhängig vom Inhalt des Trinkwassererwärmers und dem Inhalt der Rohrleitung
  • Anlage mit Trinkwassererwärmern mit einem Inhalt ≤ 400 l und einem Inhalt ≤ 3 l in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle. Dabei wird die eventuelle Zirkulationsleitung nicht berücksichtigt.

Hinweis: Die Anlagen, die als Kleinanlagen definiert sind, können nicht als Großanlagen gedeutet werden!

Probeentnahmestellen

  • Die am weitesten vom Trinkwasserspeicher entfernte Zapfstelle, bei mehreren Steigleitungen für jede Steigleitung getrennt,
  • Der Ausgang des Trinkwasserspeichers
  • Der Rücklauf der Zirkulationsleitung

Fehlen geeignete Probenentnahmestellen, z. B. am Trinkwasserspeicher, können im Rahmen einer Orientierung alternative Stellen beprobt werden. Empfehlenswert ist in solchen Fällen eine Absprache mit dem Gesundheitsamt.

Maßnahmen bei kontaminierten Hausinstallationen

Der in der Trinkwasserverordnung neu festgelegte "technische Maßnahmewert" (Grenzwert) für Legionellen liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten in 100 Milliliter Wasser.

Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, kann das Gesundheitsamt den Anlagenbetreiber dazu verpflichten, die Ursache der Belastung zu ermitteln und zu beheben.

Die Art der Maßnahmen umfasst eine breite Palette von der Einstellung geeigneter Temperaturen des Warmwassers bis hin zu baulichen Veränderungen der Installation. Hierzu bieten die Stadtwerke Gütersloh Beratung und Unterstützung durch geschulte Fachleute an.

Wir beraten Sie bei der Festlegung repräsentativer Probenahmestellen.

Unser Labor für Trinkwasser und Umweltschutz nimmt die entsprechenden Wasserproben und untersucht diese nach der vorgeschriebenen DIN-Methode. Das Labor ist für die Untersuchung akkreditiert und in der Landesliste nach § 15 (4) der Trinkwasserverordnung des LANUV NRW aufgeführt.