FAQ
Dynamischer Strom
FAQ zum dynamischen Stromtarif
Kann der Strompreis auch negativ sein?
Ja! Negative Strompreise entstehen in Zeiten, in denen das Angebot die Nachfrage übersteigt. In dieser Zeit soll mit niedrigen Preisen der überschüssige Strom schneller aus den Netzen gespeist werden – daher wird teilweise sogar etwas für die Abnahme von Strom bezahlt. Realistisch heißt das nicht, dass Sie Geld für den Stromverbrauch bekommen – die negativen Preise beziehen sich ausschließlich auf die Strombezugskosten. Diese betragen aber nur einen Anteil des Endpreises. Steuern, Abgaben und Umlagen werden also dennoch fällig.
Gibt es beim dynamischen Stromtarif auch Risiken?
Ein dynamischer Stromtarif kann Ihnen deutliche Kostenvorteile bieten, er erfordert jedoch auch mehr Aufmerksamkeit. Weil sich die Börsenpreise alle 15 Minuten ändern, sollten Sie Ihren Verbrauch regelmäßig an den aktuellen Preisinformationen ausrichten oder automatische Steuerungen, wie unsere App GT-SmartEnergy, nutzen, um teure Zeitfenster zu meiden. Steigen die Preise am Markt stark an, werden diese höheren Kosten ohne Obergrenze unmittelbar an Sie weitergegeben. Zudem ist für den Tarif ein intelligentes Messsystem nötig; die einmaligen Einbau- sowie laufenden Betriebskosten tragen Sie als Kunde. Da der Arbeitspreis jederzeit dem Markt folgt, gibt es keine langfristigen Preisgarantien. Wer seinen Verbrauch flexibel steuern kann und sich aktiv mit den Preissignalen beschäftigt, profitiert meist – ohne diese Flexibilität können die Kosten jedoch auch steigen.
Gibt es Ober- und Untergrenzen beim dynamischen Stromtarif?
Nein. Wir begrenzen den Börsenpreis für Strom weder nach oben noch nach unten. Teurere Stunden werden damit preislich genauso 1:1 weitergegeben wie negative Strompreise. Wenn der Strompreis trotz Addition des fixen Kostenblocks mit staatlichen Umlagen, Steuern etc. noch immer im negativen Bereich liegt, erhalten Sie sogar Geld für den Verbrauch von Strom.
Wie setzt sich meine Rechnung zusammen?
Im Gegensatz zur klassischen Abrechnung, wo lediglich die verbrauchte Gesamtmenge in einem Abrechnungszeitraum mit dem festen Preis multipliziert wird, müssen in einem dynamischen Tarif ganz viele Mengen und Preise miteinander multipliziert werden. Denn jede Stunde im Abrechnungszeitraum hat einen eigenen Preis und eine eigene Menge. Bei einem Monat mit 30 Tagen entspricht das 720 Stunden mit unterschiedlichen Verbräuchen und Preisen. Auf der Rechnung wird Ihnen jedoch der gewichtete Durchschnittspreis des jeweiligen Monats aufgedruckt, sodass Sie nicht 720 Preise und Verbräuche nachvollziehen müssen, sondern auf einem Blick sehen können, welchen Preis Sie anhand Ihres Verbrauches erzielt haben. Zu dem Börsenstromanteil kommen noch weitere Beschaffungskosten i.H.v. 3,5 Cent/kWh, sowie die aktuell gültigen Netzentgelte, Steuern und Umlagen und der vertriebliche Grundpreis.
Welche Voraussetzungen gibt es für die Nutzung?
Um den dynamischen Tarif nutzen zu können, benötigen Sie ein intelligentes Messsystem, ein sogenannter Smart Meter. Dies ist bei Ihrem lokalen Messstellenbetreiber zu beantragen. Für das Netzgebiet Gütersloh ist die Netzgesellschaft Gütersloh https://netze-gt.de/service/messstellenbetrieb/ zuständig. Zusätzlich sollten Sie die Kündigungsfristen Ihres aktuellen Stromlieferanten beachten.
Für wen lohnt sich der dynamische Stromtarif?
Der dynamische Stromtarif lohnt sich vor allem für Haushalte, die einen Großteil Ihres Verbrauches flexibel verschieben können. Das kann schon im kleinen Stil geschehen, indem man Wäsche waschen, Staubsaugen oder Essen kochen in günstige Zeitfenster verlagert. Richtig sparen tut man allerdings vor allem in Kombination mit E-Autos, Wärmepumpen oder Batteriespeichern. Diese lassen sich nämlich ganz einfach mit unserer App verbinden, sodass diese automatisch die günstigsten Zeitfenster des Tages ausnutzen, ohne, dass Sie auf Komfort verzichten müssen.