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Windpark Hasselbach: Offizielle Inbetriebnahme

Stadtwerke Gütersloh und Bielefeld nehmen den gemeinsamen Windpark Hasselbach offiziell in Betrieb.

Bielefeld/Verl. Mit dem Windpark Hasselbach leisten die Stadtwerke Bielefeld und die Stadtwerke Gütersloh einen weiteren Beitrag für die Energiewende vor Ort. Bei der offiziellen Inbetriebnahme der drei Windkraftanlagen im Bielefelder Süden sowie auf dem angrenzenden Gebiet der Stadt Verl am 2. August blickten die beiden Energieversorgungsunternehmen auf eine  rekordverdächtige Bauzeit von nur fünf Monaten zurück. Und das, obwohl das Projekt im Februar witterungsbedingt noch buchstäblich auf wackeligem Boden stand. Mit einem Energieertrag von jährlich rund 21,9 Mio. Kilowattstunden liefert der Windpark Hasselbach regenerativen Strom für rund 7.800 Haushalte. Die Umweltbilanz ist beachtlich: Durch die Anlagen wird pro Jahr eine CO2-Reduktion von rund 14.700 Tonnen erreicht. Das Investitionsvolumen der beiden Partner beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro.

 

Der Windpark Hasselbach zeichnet sich durch sogenannte Schwachwind-Anlagen vom Typ Vestas V126 aus, die speziell im Binnenland eine hervorragende Energieausbeute erzielen. Mit einem Rotordurchmesser von 126 Metern erreichen sie bereits bei sehr niedrigen Windgeschwindigkeiten gute Leistungswerte. Vom Boden bis zur Rotorspitze kommen die Anlagen auf 200 Meter Höhe bei einer Nabenhöhe von 137 Metern und einer Nennleistung von 3,3 Megawatt.

Der milde Winter sowie starker Niederschlag im Januar und Februar hatten die Baufeld-Erschließung zunächst zu einem Geduldspiel gemacht, das nur mit viel Fleißarbeit und guter Organisation zu meistern war. Bis zu 40 Sattelzug-Ladungen mit Schotter pro Tag wurden für die Erstellung der Wege und Montageflächen verbaut, die für den Transport sowie die Verarbeitung von Beton und Bauteilen erforderlich waren. So entstand ein umfangreiches Flächen- und Wegesystem, das nach der nun erfolgten Fertigstellung auf das notwendige Mindestmaß zurückgebaut wird. Lediglich die direkten Wege zu den Windkraftanlagen und Stellflächen für Service-Arbeiten bleiben bestehen.

Einen logistischen Kraftakt erforderten auch die Fundamente der Anlagen, von denen sich zwei auf Bielefelder und eine auf Verler Gebiet befinden: Jeweils rund 120 Betonmischer-Ladungen galt es zu verarbeiten. Auch für den Kreis Gütersloh und die Stadt Bielefeld war dieses grenzüberschreitende Projekt nicht alltäglich. Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, hob bei der Einweihung die reibungslose Umsetzung hervor: „Alle Mitwirkenden haben dieses Vorhaben aktiv und konstruktiv vorangetrieben – hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.“

Ralf Libuda, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh, wies darauf hin, dass der neue Windpark ohne die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Besitzern und Pächtern der Flächen nicht möglich gewesen wäre. Zudem erinnerte er daran, dass der Zeitplan im Mai dieses Jahres durch einen Lkw-Unfall auf der A 33 bei Bielefeld ins Wanken zu geraten drohte. Damals war eines der insgesamt neun Rotorblätter während der Anlieferung zerstört worden. „Unser Dank gilt auch der Herstellerfirma Vestas, die zügig für Ersatz und somit für eine termingerechte Fertigstellung sorgte.“  Neben den Rotoren kamen auch die anderen Bauteile über die Straße zum Bauplatz: Jeweils eine Nabe, ein Maschinenhaus und ein Triebstrang pro Anlage sowie insgesamt 21 Turmteile, zwei Hilfskräne, ein Vormontagekran und ein Schwerlastkran aus 50 Einzelteilen wurden vor Ort wie ein großes Puzzle zusammengefügt.

Nach dem Windpark OWL mit fünf Windenergieanlagen nahe des Gewerbeparks Aurea an der Autobahn A2 ist der Windpark Hasselbach das zweite Kooperations-Projekt dieser Art zwischen den Stadtwerken Bielefeld und Gütersloh in der Region. Insgesamt können so bereits über 20.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. „Damit unterstreichen wir unser Bestreben, die Energiewende vor Ort voranzutreiben“, betonten die beiden Geschäftsführer Friedhelm Rieke und Ralf Libuda einhellig. Ebenfalls bereits im Bau befindet sich der „Windpark Gütersloh“ mit drei Windenergieanlagen im Stadtteil Kattenstroth, den die Stadtwerke Gütersloh derzeit errichten. Von dort sollen ab Herbst 2017 rund 5.000 weitere Haushalte mit „grüner Energie“ beliefert werden.

 

Daten & Fakten

Hersteller: Vestas Wind Systems A/S

Anlagenzahl: 3

Rotordurchmesser: 126 Meter

Nabenhöhe: 137 Meter

Gesamthöhe: 200 Meter

Nennleistung je Anlage: 3,3 Megawatt

Energieertrag gesamt: ca. 21,9 Mio. Kilowattstunden pro Jahr

CO2-Vermeidung gesamt: rund 14.700 Tonnen pro Jahr