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Windpark Gütersloh

Starkes Fundament für die Energiewende vor Ort: Arbeiten am Windpark Gütersloh schreiten voran

Der Windpark Gütersloh nimmt konkrete Formen an. Nachdem die ersten Bauarbeiten zur Baufeld-Erschließung Anfang dieses Jahres begonnen haben, kann jetzt mit dem Gießen der Fundamente begonnen worden. Die Stadtwerke Gütersloh errichten im Stadtteil Kattenstroth an der Grenze zu Rheda-Wiedenbrück drei jeweils 170 Meter hohe Windkraftanlagen mit einem Rotordurchmesser von 120 Metern. Der Windpark soll im dritten Quartal des Jahres 2017 in Betrieb genommen werden und einen Energie-Ertrag von jährlich etwa 16,8 Millionen Kilowattstunden (kWh) liefern – rund 5.000 Haushalte können auf diese Weise umweltfreundlich mit Strom beliefert werden. Der erzeugte Strom wird in das Gütersloher Stromnetz eingespeist und physikalisch auch hier verbraucht. Durch die Anlagen wird jährlich eine CO2-Reduktion von 5.100 Tonnen erreicht. Das Investitionsvolumen der Stadtwerke beläuft sich auf zwölf Millionen Euro.

In den vergangenen Wochen wurde der Ankerkorb in der ersten der drei Fundamentgruben genau ausgerichtet und anschließend mit etwa 60 Tonnen Stahlarmierung zu einem kunstvoll geflochtenen Korb zusammengesetzt. In den nächsten Tagen wird die Schalung wie eine große Springform zum Kuchenbacken um das Fundament gelegt und mit Beton ausgegossen. Diese müssen dann einige Wochen aushärten, bevor anschließend die Türme mit Hilfe eines großen Krans errichtet werden können. Der Kran wird in vielen Einzelteilen angeliefert und wird erst vor Ort zusammengesetzt. Die Türme bestehen jeweils aus fünf Stahlröhren, die aufeinander gestapelt und miteinander verschraubt werden. Danach wird das Maschinenhaus oben aufgesetzt. Zum Schluss folgt die Montage der Rotorblätter an der Nabe. Die Rotorblätter sind 58,7 Meter lang und wiegen je 13,3 Tonnen. Nicht sehr schwer, aber dafür umso unhandlicher.

Für die Logistik der Anlagenteile müssen Kurven verbreitert, Äste zurückgeschnitten und Brücken temporär verstärkt werden, was bei derartigen Transporten üblich ist. Christoph Nath, kaufmännischer Leiter  bei den Stadtwerken Gütersloh, betont: „Dort wo Bäume weichen mussten, wird am Ende des Jahres wieder aufgeforstet. Eingriffe in das Landschaftsbild sind während der Bauphase leider unvermeidbar. Nach Abschluss der Arbeiten wird es weitestgehend wieder hergestellt.“

„Mit diesen Anlagen leisten wir einen Beitrag, die Klimaschutzziele der Stadt Gütersloh und auch unsere eigenen zu erreichen. Sie passen hervorragend in unser Energiekonzept“, freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda. Projektleiter Francisco Lopez Sommer ergänzt: „Für unser Bestreben, die Energiewende vor Ort voranzutreiben, ist dieser neue Windpark ein weiterer wichtiger Schritt.“ Die Stadtwerke Gütersloh haben sich in ihrem Konzept „ProKlima GT 2020“ zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 20 Prozent der abgesetzten Strom- menge umweltverträglich selbst zu erzeugen. 

Nach Abschluss des Projekts in Kattenstroth profitieren in Gütersloh und Umgebung insgesamt etwa 26.000 Haushalte von Strom aus Windkraftanlagen des Energieversorgers: Bereits im Juli 2016 weihten die Stadtwerke Gütersloh mit den Stadtwerken Bielefeld an der Autobahn A2 in Rheda-Wiedenbrück in der Nähe des Gewerbeparks Aurea den gemeinsamen, fünf Anlagen umfassenden Windpark Ostwestfalen für 29 Millionen Euro ein. Die dort produzierte Energie reicht aus, um jährlich ca. 13.000 Haushalte zu versorgen. Darüber hinaus bauen die Stadtwerke Gütersloh und Bielefeld derzeit gemeinsam den Windpark Hasselbach. Zwei Windkraftanlagen entstehen auf Bielefelder, eine auf Verler Stadtgebiet. Voraussichtlich im Juli soll der neue Windpark in Betrieb genommen werden. Die 200 Meter hohen Anlagen produzieren etwa 21,9 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr - genug für rund 7.800 Haushalte. Das Investitionsvolumen beträgt rund 16 Millionen Euro. Die Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh teilen sich die Summe.

 

Die Kreisverwaltung Gütersloh hatte den Bau des geplanten Windparks Gütersloh im Dezember 2016 genehmigt. Das sogenannte immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren führte die Kreisbehörde unter Beteiligung zahlreicher weiterer Fachbehörden durch. „Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung,  die es uns ermöglicht, in die Nachhaltigkeit der Region zu investieren. Um die Energiewende mit Nachdruck voranzutreiben, prüfen wir in der Region weitere Standorte für Windenergie“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda. Zugleich kündigte er eine Besonderheit des Windparks Gütersloh an: „Wir arbeiten derzeit intensiv an einem Bürgerbeteiligungsmodell und tragen damit den Wünschen unserer Kunden Rechnung. Unser Ziel ist es, die Energiewende für die Gütersloher erlebbar zu machen.“ Das Bürgerbeteiligungsmodell soll in den kommenden Wochen vorgestellt werden. 

 

Standort

Erzeugung

Versorgte Haushalte

Investitionsvolumen

Windpark Ostwestfalen an der A2

35 Mio. kWh

13.000

29 Mio. Euro

Windpark Hasselbach

21,9 Mio. kWh

7.800

16 Mio. Euro

Windpark

Gütersloh

16,8 Mio. kWh

5.000

12 Mio. Euro

gesamt

73,9 Mio. kWh

25.800

57 Mio. Euro