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Trinkwasserqualität

In Gütersloh gibt es genügend Trinkwasser in bester Qualität.

Anhaltende Hitze, kaum Niederschlag, steigender Wasserbedarf – der sonnige Sommer wirft seine Schatten. In einigen Regionen des Landes treibt er die Wasserversorger an ihre Grenzen. Nicht so in Gütersloh. Auch wenn die Stadtwerke Gütersloh derzeit Jahresrekordwerte beim Wasserabsatz verzeichnen, gibt es im Stadtgebiet nach wie vor keine Wasserknappheit.

Die bislang höchste Tagesabgabe in diesem Jahr registrierten die Stadtwerke am Freitag, 27. Juli, mit 19.670 Kubikmetern. Im Jahresdurchschnitt liegt die Tagesabgabe an Trinkwasser in Gütersloh bei etwa 15.000 Kubikmetern. Kontinuierlich steigende Tagesabgaben registrierten die Stadtwerke insbesondere in der zweiten Julihälfte und in der ersten Augustwoche. Täglich wurden zwischen 17.000 und 19.000 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben. Mit sinkenden Außentemperaturen geht nun auch die Wasserabgabe zurück.

„In der Stadt Gütersloh bleibt die Situation auch weiterhin entspannt“, sagt Dr. Mechtild Meier, Leiterin Technik und Erzeugung bei den Stadtwerken Gütersloh, und betont: „Die derzeit höheren Fördermengen stellen kein Problem dar, weil trotz allem nur ein geringer Teil des vorhandenen Grundwassers zur Trinkwasserversorgung benötigt wird.“

Die Stadtwerke versorgen bereits seit 1888 die Gütersloher Bevölkerung mit Trinkwasser, das sie aus Grundwasser gewinnen. Trotz des derzeit erhöhten Wasserbedarfs, bewegen sich die Grundwasserstände in den Gewinnungsgebieten der Stadtwerke auf dem Niveau der Vorjahre. „Die derzeitigen Entnahmen führen nicht – wie vielerorts vermutet wird – zu Absenkungen des Grundwasserspiegels von mehreren Metern, sondern werden eher in Dezimetern gemessen“, erklärt Dr. Meier weiter. Im Winter erholten sich diese Wasserstände wieder.

Die Gütersloher können sich aber auch noch einer weiteren Tatsache sicher sein: Aus ihren Wasserhähnen fließt rund um die Uhr Trinkwasser in bester Qualität. So liegt die durchschnittliche Nitratbelastung des Grundwassers in den drei Gewinnungsgebieten Spexard, Rhedaer Forst und Quenhorn bei sehr geringen Werten von zehn bis 18 Milligramm pro Liter. Damit liegen die Werte deutlich unter dem erlaubten Grenzwert der Trinkwasserverordnung, die bis zu 50 Milligramm pro Liter zulässt.

„Die hohe Qualität unseres Trinkwassers ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda mit Blick auf andere Landesteile, in denen deutlich schlechte Nitratwerte festgestellt werden. Doch die guten Werte kommen nicht von ungefähr. „Wir setzen uns seit vielen Jahrzehnten auf verschiedenste Weise für den Schutz des Grund- und Trinkwassers ein – und das zahlt sich aus“, so Libuda. Zu den Maßnahmen gehörten nicht nur die strengen Kontrollen und Beprobungen, die das Labor für Trinkwasser und Umweltschutz der Stadtwerke Gütersloh regelmäßig durchführe.

Seit mehr als 25 Jahren arbeiten die Stadtwerke eng mit den Landwirten im Stadtgebiet zusammen. „Ziel der Kooperation ist eine gewässerverträgliche, nachhaltige und dennoch wirtschaftlich lohnenswerte Landwirtschaft, die das Grundwasser dauerhaft vor erhöhten Nitrateinträgen schützt“, erklärt der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Bedarfsgerechte Dünge- und Anbauberatung, gesetzliche Regelungen oder der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Im Rahmen der Zusammenarbeit geht es um verschiedenste Themen und Maßnahmen, die bei der Wasserqualität am Ende eine Rolle spielen. „Landwirtschaftliche Nutzung und gute Nitratwerte im Trinkwasser schließen sich in Gütersloh nicht aus“, betont Dr. Mechtild Meier. Sie gibt aber auch zu bedenken: „Der Landwirt ist nicht immer pauschal der Schuldige. Viele Faktoren tragen zum Gesamtergebnis der Wasserqualität bei.“