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Kinder müssen Schwimmen lernen

Kinder müssen schwimmen lernen: Erfolgreiches Projekt endet vorerst mit seiner 11. Auflage

Mit Spaß zum Seepferdchen: Schwimmmeister Heinz-Hermann Engelmeier, Lehrerin Corinna Wehr, GSV-Schwimmwartin Brigitte Zippert und Katrin Meyer von der Bürgerstiftung Gütersloh (v.l.) mit den Teilnehmern und Kursleitern des Projektes „Kinder müssen schwimmen lernen“.

Wenn Grundschüler und Lehrer sich in den Ferien treffen, muss das schon einen guten Grund haben. Gleichzeitig lässt es eine große Motivation auf beiden Seiten erahnen, dass hier etwas geschafft werden möchte. Im Falle der Kinder aus der Grundschule Blankenhagen, die sich in der ersten Herbstferienwoche gleich fünf Mal im Nordbad Hallenbad eingefunden haben, ist das Ziel klar definiert: Sie möchten besser schwimmen lernen und im besten Falle am Ende ein „Seepferdchen“ auf der Badehose oder dem Badeanzug tragen. Ermöglicht wird dies im Rahmen des von den Stadtwerken Gütersloh und der Bürgerstiftung Gütersloh unterstützen Projektes „Kinder müssen schwimmen lernen“, das in seiner elften Auflage in diesem Herbst ein vorläufiges Ende gefunden hat.

Die Initialzündung für das Projekt kam aus der Lehrerschaft der Grundschule Blankenhagen: Sportlehrerin Corinna Wehr hat die Tatsache beschäftigt, dass viel zu viele ihrer Schülerinnen und Schüler noch zu Beginn des Schulschwimmens in der dritten Klasse nicht schwimmen können. Das erschwert die Unterrichtsgestaltung enorm und setzt zuweilen eine „eins-zu-eins-Betreuung“ voraus. Um dem entgegenzuwirken gibt es nun bereits im zweiten Halbjahr der zweiten Klasse die Möglichkeit zur Wassergewöhnung, die Voraussetzung für jeden weiteren Schritt ist.

Das Projekt „Kinder müssen schwimmen lernen“ ist ein ergänzendes Angebot für Kinder, die zusätzlich eine intensive Unterstützung benötigen, um das Seepferdchen als ersten Schritt zum sicheren Schwimmen zu bewältigen. An fünf aufeinanderfolgenden Tagen wird jeweils für eine Stunde unter fachlicher Anleitung des Gütersloher Schwimmvereins als Projektpartner geübt. Um allen interessierten Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen, hat der Verein zudem einen Transportservice arrangiert, der die kleinen Schwimmer am Schulhof in Blankenhagen abholt sie entsprechend auch wieder zurückbringt.

Neben viel ehrenamtlicher Arbeit unter anderem von Lehrerin Corinna Wehr, die alle Vorbereitungen auch nach fünf Jahren mit viel Tatkraft erledigt, ist das Projekt natürlich auch auf finanzielle Hilfe angewiesen. So stellen die Stadtwerke Gütersloh als Sponsor die Schwimmflächen im Nordbad Hallenbad zur Verfügung, weitere Kosten in Höhe von 700 Euro pro Jahr mit jeweils zwei Kursen wurden für den Zeitraum von vier Jahren von der Bürgerstiftung Gütersloh übernommen. Die jeweils bis zu 10 Kinder tragen einen Eigenanteil von 10 Euro. Über 100 Schülerinnen und Schüler konnten so seit dem Start im Herbst 2012 ihre Schwimmkenntnisse nachhaltig verbessern, in den meisten Fällen mit dem Abschluss des ersten Schwimmabzeichens.

Für alle Beteiligten ist das ein sehr effektiver Weg, dem fehlenden Schwimmunterricht vor der Schule und damit der hohen Quote von bis zu 38 Prozent Nichtschwimmeranteil in den Schulen in NRW entgegenzuwirken. Und auch einen weiteren Erfolg kann Corinna Wehr verzeichnen: „Schwimmen ist an unserer Schule wieder angesagt“, freut sie sich. „Und das nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, sondern auch in den Köpfen der Eltern“. Das merkt auch der Gütersloher Schwimmverein, der bereits einige neue Mitglieder aus dem Projekt gewinnen konnte. Hier sind die Ziele dann weitaus höhergesteckt, denn aus Schwimmanfängern werden dann sichere Schwimmer, die meist einige weitere Abzeichen einsammeln.

Die Ergebnisse des Projektes stehen also für sich – und die Möglichkeit einer Verlängerung wird von allen Seiten wohlwollend geprüft.