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Jahrespressekonferenz zum Geschäftsbericht 2018

Stadtwerke-Gruppe behauptet sich erfolgreich auf dem hart umkämpften Energiemarkt und setzt auf zukunftsweisende Mobilitätsangebote.

Ralf Libuda, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh und Priska Schick, kaufmännische Leiterin der Stadtwerke Gütersloh präsentieren im Rahmen der Jahrespressekonferenz zwei CO₂-freie Elektrofahrzeuge aus der E-CarSharing-Flotte „deins & meins“. Foto: Stadtwerke Gütersloh

Im Vergleich zu anderen lokalen Versorgungsunternehmen haben sich die Stadtwerke Gütersloh im vergangenen Jahr gut im hart umkämpften Energiemarkt behauptet. In der Stromsparte erreichten sie im Geschäftsjahr 2018 einen Marktanteil von 74,4 Prozent. Beim Gas lag er bei 71,5 Prozent. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt betrugen diese Werte bei Stadtwerken 56,2 und 66 Prozent. „Unsere Kunden schätzen es, dass wir nicht nur ihr verlässlicher Energielieferant sind, sondern uns zunehmend zum innovativen Partner rund um vielfältige Dienstleistungen und zukunftsweisende, klimafreundliche Mobilitätsangebote entwickeln“, betonte Stadtwerke Geschäftsführer Ralf Libuda bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse 2018. Als Beispiele für dieses Engagement nannte er das erfolgreich eingeführte E-CarSharing „deins & meins“ und die anhaltend positive Resonanz auf die Neugestaltung der „Welle“.

 Mit einem Volumen von 138,6 Millionen Euro lag der Umsatz unter dem Vorjahreswert von 148 Millionen Euro. Nach Ertragssteuern und sonstigen Abgaben ergab sich ein Konzernjahresüberschuss von 2,4 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 waren die Ergebnisse der Stadtwerke Gütersloh Gruppe insgesamt auf Planniveau. Mit dem Jahresüberschuss, der Konzessionsabgabe sowie der Gewerbesteuer liegt die Wertschöpfung der Stadtwerke Gütersloh bei 8,5 Millionen Euro.

 Strom ist weiterhin der größte Umsatzträger

„Insgesamt können wir mit unserer Marktposition und dem Ergebnis im Geschäftsjahr 2018 zufrieden sein. Dennoch täuschen die Zahlen nicht darüber hinweg, dass das abgelaufene Geschäftsjahr erneut durch hohen Wettbewerbsdruck, insbesondere im Strom- und Gas-segment, geprägt war. Vor diesem Hintergrund können wir mit unserem Ergebnis sehr zufrieden sein “, unterstrich die kaufmännische Leiterin Priska Schick. Größter Umsatzbringer war weiterhin die Stromversorgung mit 81 Millionen Euro bzw. 298 Millionen Kilowattstunden (kWh) (2017: 83,3 Millionen Euro bzw. 339,3 Mio. kWh). Der Gasabsatz lag mit 1 Gigawattstunden (GWh) etwas unter dem Vorjahresniveau von 1,2  GWh. Aufgrund der Preisentwicklung fiel der Umsatz von
40,6 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017 auf 32,7 Millionen Euro
in 2018. Der Wasserabsatz stieg mit einem Volumen von 5,7 Millionen Kubikmetern um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: 5,4 Mio. Kubikmeter).

Unvermindert hoch bleibt die gute Qualität des Gütersloher Trinkwassers, zu dessen Schutz seit 1991 eine enge Kooperation zwischen den Stadtwerken und der hiesigen Landwirtschaft besteht. Ziele der Zusammenarbeit sind eine gewässerverträgliche Landwirtschaft und der nachhaltige Schutz des Grundwassers. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Gütersloh seit 1978 ein eigenes Labor für Trinkwasser und Umweltschutz zur regelmäßigen Kontrolle der Wasserqualität.

Mobilität neu denken

Die Mobilitätswende ist schon lange in Gütersloh angekommen. Mit der Einführung des E-CarSharing „deins & meins“  im Dezember 2018 erweitern die Stadtwerke ihre Produktpalette im Mobilitätsbereich und tragen dem aktuellen Trend nach Individualisierung und Konnektivität Rechnung. Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer ein Auto benötigt, muss sich nur einmalig im E-CarSharing-Portal registrieren. Danach kann er über die „deins&meins“-App zu jeder Zeit mit dem Smartphone ein CO₂-freies  Elektroauto mieten – einfach, bequem und ohne feste Vertragslaufzeit. „Das E-CarSharing ist die ideale Ergänzung zu unserem ÖPNV-Angebot“, erläutert Stadtwerke Geschäftsführer Ralf Libuda. „Wir bieten den Menschen in der Stadt künftig ein noch höheres Maß an Flexibilität – zu jeder Zeit und auch bei der Wahl des Verkehrsmittels.“ 

Das E-CarSharing ist zudem eine ökologische und günstige Alternative zum eigenen Auto. Die E-Fahrzeuge sind an vier dezentral gelegenen Standorten im erweiterten Innenstadtbereich gut erreichbar und jederzeit zugänglich. Weitere wesentliche Vorteile: Die Nutzung von
E-Autos verursacht keine Abgase und auch keinen Lärm. Darüber hinaus werden die Sharing-Fahrzeuge nur dann genutzt, wenn seitens der Kunden ein tatsächlicher Bedarf besteht. In einem weiteren Schritt könnte so vielleicht auch der ein oder andere „Zweitwagen“ ersetzt werden. Der Stadtbus ist und bleibt jedoch das Rückgrat, mit dem die anderen Angebote flexibel kombiniert werden können.

Stadtbus Gütersloh GmbH gegründet

Im März 2018 wurde die Ausgründung der Verkehrsbetriebe in die Stadtbus Gütersloh GmbH vollzogen und der öffentliche Dienstleistungsauftrag im Juni erteilt. Seither fahren die Stadtbusse unter neuer Flagge, aber wie gewohnt mit altbewährtem Service. Den weiterhin zuverlässigen Nahverkehr verantwortet Ralf Libuda als Geschäftsführer der Stadtbus Gütersloh GmbH. Alle 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in die neue GmbH übernommen.

Mit zahlreichen Angebots-Tickets, etwa dem SchülerTicket, dem FunTicket oder dem neuen BaustellenTicket gestaltet die Stadtbus Gütersloh GmbH das Fahren mit dem ÖPNV weiterhin attraktiv. Insbesondere das BaustellenTicket kommt bei den Güterslohern gut an. Es wurde im Mai anlässlich der Baumaßnahmen auf dem Berliner Platz eingeführt und ist für Kinder bis 14 Jahre kostenfrei, Erwachsene zahlen nur 1 Euro. Das BaustellenTicket ist freitags von 12 bis 20 Uhr und samstags von Betriebsbeginn bis 20 Uhr gültig, eine Verlängerung ist bis 30. April 2020 beschlossen. Insgesamt blieben die Fahrgastzahlen beim Stadtbus mit 3,73 Millionen Fahrgästen (Vorjahr: 3,76 Millionen) weiter auf hohem Niveau.

Für rund 700.000 Euro wurden zwei Hybrid-Gelenkbusse angeschafft, die durch das Zusammenspiel von innovativer Elektro-Antriebstechnik und elektrohydraulischer Lenkung den Kraftstoffverbrauch um bis zu 8,5 Prozent senken. Somit wird zudem der Ausstoß von Emissionen verringert. „Unser Anspruch ist es, die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger dauerhaft klimafreundlich zu gestalten und mit den Entwicklungen modernster Technik zu gehen“, betont Ralf Libuda. 2019 werden bereits zwei weitere Hybridbusse in den Stadtbus-Fuhrpark integriert.

Die „Welle“ – ein Publikumsmagnet

Für die Bädersparte der Unternehmensgruppe, zu denen das Nordbad mit Hallen- und Freibad sowie seit Januar 2018 das rundum erneuerte Freizeitbad „Welle“ mit der JärveSauna gehören, war das zurückliegende Geschäftsjahr ein voller Erfolg. Die Gesamtzahl der Badegäste stieg 2018 auf 587.100 Besucher (2017: 292.200 Besucher). Bedingt durch die Neueröffnung der „Welle“ mit zahlreichen Attraktionen für alle Altersgruppen und die positive Resonanz der Badegäste, verzeichnete das Freizeitbad ein Besucherplus von 330.700 Besuchern. Waren es durch die Erneuerung im Jahr 2017 nur 65.600 Badegäste, zählte das „Welle“-Team 2018 396.300 Besucher. Damit stiegen auch die Umsatzerlöse der gesamten Sparte um 1,8 Millionen Euro auf 3,1 Millionen Euro, verteilt auf die „Welle“ mit 2,7 Millionen Euro (Vorjahr: 0,9 Mio €) und das Nordbad (Hallenbad und Freibad) mit 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. €).

Seit der Erneuerung der „Welle“ hat sich das Freizeitbad zum Publikumsmagnet in Gütersloh und der gesamten Region entwickelt. Gerade mal drei Monate nach der Wiedereröffnung begrüßte das „Welle-Team“ den 100.000sten Besucher.

Netzgesellschaft und BITel treiben Glasfaser-Ausbau weiter voran

Zu den großen Projekten der kommenden Jahre gehört der Breitband-Ausbau mit Glasfaser-Technologie für Gewerbe-, Geschäftskunden und Privathaushalte. Über acht Jahre werden jährlich rund 11 Millionen Euro investiert, um etwa 640 Kilometer Glasfaser zu verlegen. Der Ausbau erfolgt sukzessive in einzelnen Ausbauclustern und in den Stadtbereichen mit der höchsten Siedlungsdichte.

Mit der Netzgesellschaft Gütersloh mbH und dem Telekommunikationsunternehmen BITel leisten diesbezüglich gleich zwei Tochterunternehmen der Stadtwerke gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Versorgungsqualität und der Zukunftsfähigkeit. Die Erschließung des Gewerbegebietes entlang der B 61 wird in drei Bauabschnitten realisiert. In 2018 wurde der erste Bauabschnitt bereits fertiggestellt, der zweite wird aktuell realisiert, während die Erschließung des dritten Bauabschnitts für Ende 2019 geplant ist.

Auch in den Wohngebieten hat die Unternehmensgruppe Stadtwerke den Glasfaser-Ausbau 2018 weiter vorangetrieben: Dies gilt etwa für die Siedlungen Jonasweg, Hüssengarten, Auf dem Stempel II und Krullsbachaue. Auch das Neubaugebiet Fritz-Blank-Str. II soll in 2019 ausgebaut werden. Zudem ist das Gemeinschaftsprojekt „Schulen ans Netz“ der Stadtwerke und der Stadtverwaltung erfolgreich gestartet: Bis Ende 2019 werden alle 33 Gütersloher Schulen an ein Breitbandnetz mit Up- und Download-Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde angeschlossen.

Nachhaltiges gesellschaftliches Engagement

Und nicht zuletzt tragen die Stadtwerke durch ihr fest in der Unternehmensphilosophie verankertes gesellschaftliches Engagement zur Lebensqualität in der Region bei. Auch im vergangenen Jahr haben sie das soziale, sportliche und kulturelle Leben in Stadt und Kreis über zahlreiche Sponsoring-Projekte gefördert. Stadtwerke Geschäftsführer Ralf Libuda: „Die lokale Verwurzelung des Unternehmens und das starke Vertrauen unserer Kunden sind für uns die Basis, um weiterhin aktiv für das Wohl der Bürger zu sorgen. Hervorragend qualifizierte und engagierte Mitarbeiter werden auch in Zukunft den Erfolg der Stadtwerke Gütersloh GmbH sicherstellen.“