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Heizzentrale Weserstraße

Heizzentrale in der Weserstraße eingeweiht

Vor dem BHKW in der neuen Heizzentrale: Gerhard Amtenbrink (Hausverwalter), Rainer Gronebaum, Henning Schulz (Bürgermeister Stadt Gütersloh), Ralf Libuda (Geschäftsführer Stadtwerke Gütersloh), Heiko Hinderlich (Mitarbeiter Stadtwerke Gütersloh), Tim Kahmann (Ulrich Kahmann Heizung-Sanitär GmbH) (v. l.)

Nach nur vier Monaten Bauzeit haben die Stadtwerke Gütersloh die moderne Heizzentrale in der Weserstraße in Spexard eingeweiht. Hier erzeugt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer thermischen Leistung von 100 Kilowatt und einer elektrischen Leistung von 50 Kilowatt Strom und Wärme für 62 Wohneinheiten.

Die Wärmeenergie gelangt mittels Heißwasser über ein 220 Meter langes, gut isoliertes Leitungssystem, das sogenannte Nahwärmenetz, in drei Wohnhäuser. Eine vor Ort installierte, automatisch geregelte Übergabestation überträgt die gelieferte Wärmeenergie direkt in das Heizsystem der Verbraucher. Das abgekühlte Wasser fließt über ein Rücklaufsystem ins Netz zurück. Zu Spitzenzeiten kann ein Gaskessel mit 575 Kilowatt zugeschaltet werden. Die neue Heizzentrale befindet sich in einem separaten Gebäude.

Durch die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme im BHKW wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein Nutzungsgrad von rund 90 Prozent erreicht. Gegenüber der bisherigen Energieerzeugung durch die alten Ölheizungen bedeutet das eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von bis zu 30 Prozent und eine erhebliche Ressourcenschonung. „Mit dieser modernen Effizienz-Technologie kommen wir unseren Klimaschutzzielen einen weiteren Schritt näher“, erklärt Ralf Libuda, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh. „Unser Ziel ist es, einen großen Anteil unserer Strommengen bis 2020 weitgehend selbst zu erzeugen. Die Verbraucher in der Weserstraße profitieren jetzt von einer kostengünstigen, zukunftsweisenden und klimaschonenden Energieversorgung.“ Auf die Bedeutung der Nahwärmeversorgung für die Stadt Gütersloh verwies auch Bürgermeister Hennig Schulz. „Als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Gütersloh ist es mir wichtig, gemeinsam  zukunftsweisende Entwicklungen bei der Energieversorgung voranzubringen - im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürgern  und für eine gute Lebensqualität in unserer Stadt.  Dazu gehört eine klimafreundliche Energieversorgung.“

Nahwärmenetze sind vor allem für Wohnsiedlungen mit verdichteter Bebauung oder in Gewerbegebieten von Vorteil. Neben der ökologischen Bedeutung, kommt bei der Nahwärmeversorgung der ökonomische Aspekt hinzu. Der zweifache Energiegewinn bedeutet einerseits eine Kosteneinsparung bei der eigenen Energieversorgung. Andererseits entfällt durch den Anschluss an ein Nahwärmenetz der Raum für große Öltanks und einen Schornstein. Außer dem Projekt in der Weserstraße haben die Stadtwerke Gütersloh bereits Nahwärmenetze in der Holzstraße und der Oststraße sowie eine gemeinsame Anlage für die Stadthalle, das Theater und das Evangelisch Stiftische Gymnasium realisiert.