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Geschäftsbericht 2016: Zahlen, Daten, Fakten

Heimischer Versorger behauptet sich im umkämpften Energiemarkt und setzt Investitions-Offensive fort

Im Vergleich zu den anderen lokalen Versorgungsunternehmen in Deutschland behaupten sich die Stadtwerke Gütersloh im hart umkämpften Energiemarkt überdurchschnittlich gut. Mit ihrem Strom erreichten sie im Geschäftsjahr 2016 einen Marktanteil von 78,4 Prozent. Beim Gas lag er bei 76,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt betrugen diese Werte bei Stadtwerken 58 und 67,1 Prozent.  „Dass unsere Kunden treuer sind als andere, freut uns sehr, ist aber kein Grund, sich auszuruhen. Was uns vom Wettbewerb unterscheidet, ist zum einen die persönliche Kundenbetreuung vor Ort, zum anderen unser starkes Engagement für die Infrastruktur und die Lebensqualität unserer Heimatstadt. Damit wollen wir auch weiterhin punkten“, betonten Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda und der kaufmännische Leiter Christoph Nath bei der Vorstellung des Geschäftsergebnisses 2016. Sie kündigten erneut hohe Investitionen an. Wie in den vergangenen Jahren sollen auch 2017 rund 50 Millionen Euro in Zukunftsprojekte fließen.

Mit einem Volumen von 150,5 Millionen Euro lag der Umsatz unwesentlich über dem Vorjahreswert von 149,5 Millionen Euro. Nach Ertragssteuern und sonstigen Abgaben ergab sich ein Konzernbilanzgewinn von 3,5 Millionen Euro. Er lag geringfügig um 200.000 Euro unter dem Wert des Vorjahres. Durch die Gewinnabführung, Konzessionsabgabe und Gewerbesteuer erhält die Stadt Gütersloh von den Stadtwerken insgesamt über 7,1 Millionen Euro.

 

Strom ist weiterhin der größte Umsatzträger

 „Wir können insgesamt mit unserer Marktposition und dem Ergebnis zufrieden sein. Jedoch täuscht dies nicht darüber hinweg, dass das Geschäftsjahr 2016 erneut durch hohen Wettbewerbsdruck, insbesondere im Strom- und Gas-Segment gekennzeichnet war“, unterstrich der kaufmännische Leiter Christoph Nath. Größter Umsatzbringer war weiterhin der Strom mit 85,2 Millionen Euro bzw. 344 Millionen Kilowattstunden/kWh (2015: 83,7 Millionen Euro bzw. 341 Mio. kWh). Der Gasabsatz bewegte sich mit 1,1 Gigawattstunden auf Vorjahresniveau. Jedoch sank der Umsatz geringfügig von 43,4 auf 40,2 Millionen Euro, was im Wesentlichen auf Preissenkungen bei Tarifkunden zurückzuführen ist. Bedingt durch eine Tarifanpassung und eine leichte Steigerung der Abgabemenge von 5,3 auf 5,4 Millionen Kubikmeter haben sich die Umsatzerlöse in der Wasserversorgung leicht von 10,4 auf 10,9 Millionen Euro erhöht.  Zum Schutz des Trinkwassers vor Einträgen aus landwirtschaftlichen Flächen besteht seit 1991 eine Kooperation mit der ansässigen Landwirtschaft. Ziel ist es hierbei, die Belastung des Grundwassers durch Pflanzenschutz- und Düngemittel zu vermeiden bzw. möglichst gering zu halten. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke Gütersloh seit 1978 ein eigenes Labor für Trinkwasser und Umweltschutz zur regelmäßigen Kontrolle der Wasserqualität.

 

Gutes Jahr für die Bäder und Vorfreude auf die perfekte „Welle“

Für die Bädersparte der Unternehmensgruppe, zu denen das Freizeitbad „Die Welle“, das Hallen- und Freibad im Nordbad sowie die JärveSauna gehören, war 2016 ein erfolgreiches Jahr. Die Zahl der Gäste stieg um 48.800 Besucher auf 490.000. Ein Grund hierfür war die gute Freibadsaison. Zudem sorgte das neu eingeführte Tarifsystem, das nun auch Stundentickets beinhaltet, für Zuwächse. 73.300 Besucher entfielen auf das Nordbad – 5.900 mehr als im Jahr 2015. Insgesamt stiegen die Umsätze der Sparte um 60.000 Euro auf 2,4 Millionen Euro.

„Die Welle“ wird derzeit für rund elf Millionen Euro umfangreich modernisiert. Geschäftsführer Ralf Libuda: „Wir sind zuversichtlich, dass  wir noch vor Weihnachten dieses Jahres die Wiedereröffnung feiern können – die Gäste erwartet eines der attraktivsten Freizeitbäder in OWL mit vielen Neuerungen.“ Im Innenbereich wird das bestehende Freizeitbecken zum Erlebnisbecken mit neuen Attraktionen umgerüstet. Zwei neue Rutschen mit einer Länge von rund 100 Metern und einer Höhe von ca. zehn Metern werden die alte Rutschenanlage ersetzen. Weitere Highlights werden der neue Eltern-Kind-Bereich, der als Wasserspielgarten neu inszeniert wird, sowie das Lehrschwimmbecken, welches zu einem vielseitig nutzbaren Kursbecken mit Hubboden umgebaut wird. Das neue, zukünftig im Winter auf bis zu 29 Grad beheizbare Außenschwimmbecken wird dann ganzjährig betrieben. Außerdem wird die Gastronomie kundenfreundlicher umgestaltet.

Ein wesentlicher Bestandteil der Umbaumaßnahmen sind technische und energetische Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten. Die Lüftungs- und Filteranlagen werden erneuert und neue Fliesen werden für mehr Sicherheit und Wohlgefühl sorgen. Die JärveSauna kann während der Umbauarbeiten zu den üblichen Zeiten genutzt werden.

 

Mit hoher Service-Qualität für attraktive Stadtbus-Linien

Das im Oktober 2015 erfolgreich eingeführte Stadtbus-Konzept mit elf Linien und dem zügigen 30-Minuten-Takt an Werktagen hat sich etabliert. Der Mobilitätsarbeitskreises ÖPNV, bestehend aus Verwaltungs-mitarbeitern, externen Fachleuten und Ratsmitgliedern, begleitet das Konzept weiterhin, um Potenzial für Verbesserungen aufzuspüren. So wurde die Stadtbus-Linie 211 (Niehorst über Blankenhagen) im Oktober 2016 ausgebaut. Der Stadtbus fährt in Blankenhagen nun wieder die zwei ehemaligen Haltestellen Jenaer Straße und Langertsweg an. Zudem wurde die Haltestelle Chemnitzer Straße neu eingerichtet.

Die Fahrgastzahlen der Verkehrsbetriebe erhöhten sich geringfügig um 0,5 Prozent bzw. rund 18.200 auf 3,54 Millionen. Die Umsatzerlöse fielen um 360.400 Euro höher aus als im Vorjahr und erreichten einen Wert von knapp 3,6 Millionen Euro. Für rund 700.000 Euro wurden zwei Standard-Gelenkbusse durch neue ersetzt, die mit Klapprampen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ausgestattet sind. Die Flotte umfasst derzeit 35 moderne Busse (19 Solo- und 16 Gelenkbusse). Acht Fahrzeuge erfüllen bereits die Euro-6-Norm, die restlichen die Euro-5-Norm. Weiterhin werden jährlich zwei bis drei Busse nach den neuesten Umweltstandards ausgetauscht.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, unseren Fahrgästen eine möglichst hohe Service-Qualität zu bieten und den Öffentlichen Personennahverkehr in unserer Stadt zu fördern“, betont Geschäftsführer Ralf Libuda. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Stadtwerke Gütersloh ab März 2017 im Rahmen eines Pilotprojekts zunächst zwei Stadtbusse mit mobilem WLAN ausgestattet haben und auf der Fahrt im Stadtgebiet  freien Zugang ins Internet anbieten. Aufgrund der großen Resonanz sollen in naher Zukunft weitere Busse schrittweise mit dieser Technik ausgerüstet werden. Auch der weitere Ausbau der sogenannten ÖPNV-Vorrangschaltung, der den Stadtbussen bereits an den meisten Ampeln im Stadtgebiet Vorfahrt gewährt und ein schnelles Durchkommen ermöglicht, trägt diesem Ansinnen Rechnung. Dieses Thema treiben die Stadtwerke im engen Austausch mit der Stadtverwaltung voran.

 

Frischer Wind für die Energiewende vor Ort

Mit Nachdruck treiben die Stadtwerke Gütersloh die Energiewende vor Ort voran. „Wir investieren vehement in erneuerbare Energien, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit in unserer Stadt zu leisten“, sagte Ralf Libuda. Derzeit bauen die Stadtwerke im Stadtteil Kattenstroth an der Grenze zu Rheda-Wiedenbrück den Windpark Gütersloh. Er besteht aus drei jeweils 170 Meter hohen Windkraftanlagen mit einem Rotordurchmesser von 120 Metern.     Der Windpark soll im dritten Quartal des Jahres 2017 in Betrieb genommen werden und einen Energie-Ertrag von jährlich etwa 17,5 Gigawattstunden Strom  (eine Gigawattsunde entspricht einer Million Kilowattstunden)  erbringen – rund 5.000 Haushalte können auf diese Weise umweltfreundlich mit Strom beliefert werden. Das Investitionsvolumen der Stadtwerke Gütersloh beläuft sich auf zwölf Millionen Euro.

Ebenfalls zurzeit entsteht der Windpark Hasselbach im Bielefelder Süden und im direkt angrenzenden Gebiet der Stadt Verl. Das Investitionsvolumen beträgt rund 16 Millionen Euro. Die Stadtwerke Gütersloh und Bielefeld teilen sich die Summe. Zwei Windkraftanlagen entstehen auf Bielefelder, eine auf Verler Stadtgebiet. Die 200 Meter hohen Anlagen produzieren etwa 21,9 Gigawattstunden Strom pro Jahr - genug für rund 7.820 Haushalte. Voraussichtlich im Juli 2017 soll der neue Windpark in Betrieb genommen werden. Bereits im Juli 2016 weihten die Stadtwerke Gütersloh mit den Stadtwerken Bielefeld an der Autobahn A2 in Rheda-Wiedenbrück in der Nähe des Gewerbeparks Aurea ihren gemeinsamen, fünf Anlagen umfassenden Windpark Ostwestfalen für 29 Millionen Euro ein. Die dort produzierte Energie reicht aus, um jährlich ca. 13.000 Haushalte zu versorgen.

 

Auch Netzgesellschaft und BITel treiben Infrastruktur voran

Auch die Netzgesellschaft Gütersloh mbH als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke leistet in der Region einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Versorgungsqualität und der Zukunftsfähigkeit. Die Netzgesellschaft betreibt die Strom-, Gas und Wasserverteilnetze im Versorgungsgebiet Gütersloh. Über neun Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in die Netzinfrastruktur investiert, davon 1,2 Millionen Euro in das neue Schalthaus in Isselhorst. Da der Strom für alle für alle Isselhorster Geschäfts- und Privatkunden auch über diesen Knotenpunkt läuft, wurde an dieser Stelle eine neue, luftisolierte 10-kV-Schaltanlage in einem modernen Neubau errichtet. Die hohen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit spiegeln sich in überdurchschnittlich geringen Ausfallzeiten wider. So wurden im Jahr 2016 im heimischen Stromnetz 98 Unterbrechungen registriert (Stand 30.11.2016) – im Bundesdurchschnitt liegt dieser Wert bei 185. Der für 2018 geplante Bau eines neuen Umspannwerks in Avenwedde für mehrere Millionen Euro ist eine weitere Maßnahme, um das hohe Versorgungsniveau langfristig zu gewährleisten.

Darüber hinaus treibt die Netzgesellschaft Gütersloh gemeinsam mit der BITel, dem Telekommunikationsunternehmen der Stadtwerke Gütersloh und der Stadtwerke Bielefeld, in der Region den Breitband-Ausbau mit Glasfasertechnologie für Gewerbe-, Geschäftskunden und Privathaushalte voran. In Gütersloh sind bereits folgende Gebiete erschlossen: Gewerbegebiet Hans-Böckler-Straße/Auf’m Kampe, Neubaugebiet Auf dem Stempel, Neubaugebiet Krullsbachaue, Wohngebiet Pavenstädter Weg/Am Witthof, Ostermannsweg und das Wohnquartier Fritz-Blank-Straße. Der Glasfaserausbau im Gewerbegebiet Gottlieb-Daimler-Straße entlang der B 61 in Gütersloh wird Anfang Juli 2017 starten und in drei Bauabschnitten erfolgen. Ralf Libuda verwies in diesem Zusammenhang auf die steigende Nachfrage nach modernen Kommunikations- und Unterhaltungsprogrammen, für die schnelle Datenleitungen notwendig sind: „Für Gütersloh sind die neuen Glasfaseranschlüsse äußerst wichtig. Auch für die ansässigen Unternehmen ist der Breitbandausbau ein wichtiger Schritt, da ihre Wettbewerbsfähigkeit davon abhängt.“


Nachhaltiges Agieren Basis für gesellschaftliches Engagement

Nicht zuletzt durch ihr fest in der Unternehmensphilosophie verankertes gesellschaftliches Engagement tragen die Stadtwerke Gütersloh zur Lebensqualität in der Region bei. Auch im vergangenen Jahr haben sie das soziale, sportliche und kulturelle Leben in Stadt und Kreis über zahlreiche Sponsoring-Projekte mit einem Volumen im unteren sechsstelligen Bereich gefördert. Die stabile Basis hierfür ist nachhaltig erfolgreiches Wirtschaften. Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda: „Da es absehbar ist, dass die Umsatzerlöse im Bereich der Energieversorgung in den nächsten Jahren weiter zurückgehen werden, betrachten wir es als zentrale Herausforderung, unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern – mit neuen, innovativen Produkten in allen Geschäftsbereichen, mit Know-how sowie einer Service-Qualität, wie sie nur ein regional fest verwurzeltes Unternehmen erbringen kann.“