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Erste Stadtbusse mit WLAN

Einmal drin, überall hin. Stadtwerke Gütersloh statten erste Stadtbusse mit WLAN aus.

Einer von zwei neuen WLAN-Bussen

Dietmar Hubrich, Leiter Informationselektronik

Die Stadtwerke Gütersloh machen mobil – und das seit einigen Tagen im doppelten Sinne. Zunächst zwei Stadtbusse wurden mit mobilem WLAN ausgestattet und bieten auf der Fahrt im Stadtgebiet ab sofort freien Zugang ins Internet. Kommt das für den Nutzer kostenlose Service-Angebot an, sollen weitere Busse folgen.

Bis dahin werden die Systeme ausgiebig im Normalbetrieb getestet und aufgrund der wachsenden Erfahrungen optimiert. Die Stadtwerke Gütersloh folgen mit dem Angebot einem bundesweiten Trend. Nachdem WLAN in immer mehr Fernbussen und in vielen Zügen zum gern genutzten Standard wird, setzen nun auch die ersten lokalen Verkehrsbetriebe auf das „unterwegs-Netz“. Umgesetzt wurde die Idee in Gütersloh von Dietmar Hubrich, Leiter der Informationselektronik bei den Verkehrsbetrieben, und seinem Team in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke-Telekommunikationstochter BiTel. Der Aufgabenstellung, das „Wireless Local Area Network“ (WLAN) auf die Straße zu bringen, haben sie sich gerne gestellt, denn die Nachfrage nach derartigen Angeboten ist riesig.

Bundesweit nutzen nach Angaben des Statistik-Portals „Statista“ bereits rund 49 Millionen Menschen ein Smartphone. Dabei spielt immer weniger das Alter eine Rolle, denn auch ältere Menschen greifen vermehrt zu Hightech-Geräten und gehen damit unterwegs online. Für knapp zwei Drittel (63 Prozent) aller Internetnutzer hat sich das Smartphone nach aktuellen Zahlen des Digitalverbandes „bitkom“ bereits zum bevorzugten Gerät entwickelt, um persönliche Nachrichten abzurufen. 58 Prozent bewegen sich mobil in sozialen Netzwerken wie Facebook, genauso viele nutzen das Gerät, um unterwegs Musik zu hören. Die stetig steigende mobile Internetnutzung kennt dabei nur eine, gerade von jungen Menschen ungeliebte Grenze: Das beim Telefonanbieter gebuchte monatliche Datenvolumen. Ist das verbraucht, wird die Übertragungs-Geschwindigkeit gedrosselt und der digitale Spaß stark eingeschränkt. Wer schlau ist, nutzt also wo es geht schon frühzeitig kostenfreie WLAN-Angebote – unterwegs nun auch in den ersten zwei Stadtbussen der Stadtwerke Gütersloh.

Erkennbar sind die beiden Gelenkbusse, die verstärkt auch im Rahmen der Schülerbeförderung eingesetzt werden, an den großen, blauen Kreisen mit WLAN-Symbol sowie den großen Werbeflächen an der Fahrerseite. „Mit Highspeed durch Gütersloh“ ist darauf zu lesen. Und das darf man durchaus ernst nehmen. Der interne WLAN-Router ist mit bis zu 150 Mbit über LTE verbunden, jeder WLAN Nutzer kann mit bis zu 20 Mbit pro Sekunde surfen. Das ermöglicht ruckelfreies Streamen von Musik und Videos, einen schnellen Zugriff auf Informationen aus der ganzen Welt und natürlich auch die problemlose Nutzung sämtlicher sozialer Medien, die gerade bei den jungen Fahrgästen im Trend sind. Voraussetzung für eine hohe Geschwindigkeit ist die jeweils verfügbare Verbindung zum LTE-Netz, über das die WLAN-Geräte in den Bussen die Signale senden und empfangen. Nach ersten Tests ist die Abdeckung laut Dietmar Hubrich im Stadtgebiet bis auf wenige Ausnahmen sehr gut. Für unkomplizierten Komfort sorgt das passwortfreie Anmelden im offenen WLAN der Stadtbusse. Dazu wird in der Liste der verfügbaren Netzwerke einfach die Verbindung mit der Kennung „Stadtwerke Guetersloh“ aufgerufen. Lediglich bei der Erstanmeldung müssen dann auf einer Landingpage einmalig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen akzeptiert werden – und mit nur einem Klick kann es losgehen. Ist das Netzwerk einmal im Smartphone oder Tablet gespeichert, kann es in beiden Bussen ohne weitere Anmeldung sofort genutzt werden.

Unterstützt werden die Stadtwerke Gütersloh von ihrer Telekommunikationstochter BiTel auch in Bezug auf den Jugendschutz. Das Unternehmen tritt als Provider auf und sorgt mit entsprechenden Filtern für die Surf-Sicherheit der jungen Nutzer.

Wohin die Reise geht, kann Dietmar Hubrich von den Stadtwerken Gütersloh momentan nur erahnen. Denn trotz intensiver Vorbereitungen und Testläufe kann erst im Rahmen des Normalbetriebes der beiden Busse herausgefunden werden, wie sich die Annahme und Nutzung des Angebotes entwickeln wird. Das bezieht sich vor allem auf die erforderlichen Datenmengen, die abgerufen werden. 30 Gigabyte sind aktuell pro Monat und Fahrzeug kalkuliert. Ob das den Bedürfnissen der Kunden entspricht, wird sich zeigen. Notfalls kann kurzfristig optimiert werden. „Wir freuen uns, auch an dieser Stelle einen richtungsweisenden Schritt zu gehen und den Service für unsere Fahrgäste in den Stadtbussen nochmals verbessern zu können“, Ralf Libuda, Geschäftsführer Stadtwerke Gütersloh.