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Centspende 2016

Mitarbeiter spenden für faba-Naturprojekt

v.l.n.r.: Bettina Flohr (Kinderschutzbund), Renate und Rainer Bethlehem (faba), Michael Streiß (Stadtwerke-Betriebsratsvorsitzender), Sina Tuxhorn (Betriebsrat)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe Stadtwerke Gütersloh spenden seit vielen Jahren die Cent-Beträge hinter ihren Lohn- und Gehaltsabrechnungen für einen guten Zweck. Wer unterstützt wird, entscheiden die Mitarbeiter selbst. Wichtig ist ihnen dabei, dass das Geld Güterslohern zugutekommt. In diesem Jahr gehen 777 Euro an das faba- Naturprojekt in Gütersloh.

Das faba-Naturprojekt ist ein Unterstützungs- und Präventionsangebot für Gütersloher Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren, in deren Familien eine Belastung durch eine Sucht- und/oder psychische Erkrankung besteht. Insbesondere die Widerstandskraft gegen Stress soll als Schutzfaktor bei den Kindern im faba-Naturprojekt gestärkt werden. Der Trägerverband des Projektes ist der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Gütersloh e.V.

Die Kinder in den betroffenen Familien stehen unter besonderen Belastungen wie Unsicherheit, Unzuverlässigkeit und Überforderungen, manchmal auch Grenzüberschreitungen und Gewalterfahrungen. Darüber hinaus leiden die betroffenen Familien häufig unter Stigmatisierungen und sind oftmals auch sozial benachteiligt. Die Familien befinden sich in einer Tabuzone, da über die Krankheit nicht gesprochen werden darf und sich die Familien nach außen hin häufig abschirmen. Die Hälfte der betroffenen Kinder in diesen Familien kann im späteren Leben selbst erkranken. Das faba-Naturprojekt möchte die gesundheitliche Chancengleichheit für diese Kinder und ihre Familien verbessern.

Die Besonderheit des faba-Naturprojektes ist der Konzeptansatz, der das Ziel einer nachhaltigen Gesundheitsförderung durch Naturerfahrung und Gartentätigkeiten beinhaltet. Im engeren wie im weiteren Sinne geht es um die Bildung einer nachhaltigen Entwicklung, sowohl der Kinder und ihrer Familien, als auch ihres Lebensraumes. Der Umgang mit Pflanzen und Tieren, das Erleben und Verstehen von ökologischen Zusammenhängen, das „mitten-drin-sein“ in einem Lebensraum ist in besonderem Maße geeignet, Gefühle hervorzulocken, diese zu verstehen und den Kindern die Erfahrung zu vermitteln, in der Welt "zu Hause zu sein" und selbst etwas bewirken zu können, selbst wirksam zu sein. Die Widerstandskraft der Kinder verbessert sich auch durch haltgebende, verlässliche Bezugspersonen, Kreativität, Humor, Spaß und Spiel und den Austausch in einer Gruppe gleich Betroffener. Nach Abschluss der faba-Gruppe können diese Erfahrungen in Anschlussangeboten weiter gestärkt und verstetigt werden.
In einer kleinen Gruppe von acht Kindern und vier Bezugspersonen findet das Gruppenangebot für jeweils eine Gartensaison von März bis September an 12 Freitagnachmittagen für jeweils drei Stunden auf einem Obstwiesen- und Gartengelände in Isselhorst statt. Ehrenamtliche Mentoren sorgen für den verlässlichen Transport der Kinder und gestalten dabei den Kontakt in die Elternhäuser. Die Eltern erhalten ein eigenes Gruppenangebot über die Suchtselbsthilfe. Faba-Projektleiterin Renate Bethlehem: „Unsere Erfahrung seit nunmehr 10 Jahren ist, dass es den Kindern leichter fällt, weitere Angebote, wie Beratung, Begleitung und Vermittlung in Anschlussangebote, anzunehmen. Auch die Eltern zeigen sich nach faba deutlich stabilisierter. Auch Ihnen fällt es leichter, weitere Beratungs- und Unterstützungsangebote anzunehmen.“

faba-Naturprojekt, Ansprechpartnerin Cornelia Wagner, Telefon 05241/15151